Der Patient ist Vertragspartner

Der Privatpatient hat in deutschen Arztpraxen Vorrang

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung ist bei der privaten der Patient der Vertragspartner des Arztes. Er bekommt die Rechnung, sieht und begleicht die Kosten und erhält die Erstattung durch seine Krankenversicherung. Ein gewisser eigener "Verwaltungsaufwand" gehört also zur privaten Krankenversicherung.

Die Arzt-Rechnungen werden auf Grundlage der amtlichen Gebührenordnung gestellt. Dabei darf der Arzt ohne Begründung den einfachen Satz auf das 2,3 fache steigern, mit schriftlicher Begründung das 3,5 fache verlangen. Die Vergütung für die Behandlungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen etwa dem 1 bis 1,5 fachen Satz.

Hier können Sie errechnen, wieviel die private Krankenversicherung kostet:

Eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie zufolge erhalten Ärzte für die Behandlung von Privatpatienten durchschnittlich mehr als doppelt so viel wie bei gesetzlich Versicherten. Bei Radiologen, Internisten und Kinderärzten ist der Aufschlag sogar noch höher.

Wichtig ist: Auf jeden Fall kann der Arzt für die Behandlung von Privatpatienten mehr Geld berechnen als bei der gesetzlichen. Er wird sich deshalb für die Behandlung mehr Zeit nehmen und dem Privatpatieten wahrscheinlich größere Aufmerksamkeit widmen. Das kann sich auch in einem höheren Dienstleistungsniveau - zum Beispiel bei den Wartezeiten - niederschlagen.

Auch der Entscheidungsspielraum des ambulant behandelnden Arztes ist größer als bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Er kann die Behandlungsmethode in größerer Freiheit wählen. Er wird entscheiden, ohne gleichzeitig in Kostenzwängen und Budgetgrenzen denken zu müssen. Das gilt auch für die Verordnung von Medikamenten. Im Krankenhaus ist eine privatärztliche Spezialistenbehandlung (zum Beispiel durch den Chefarzt) möglich. Der Arzt kann frei gewählt werden.