Gesetzlich oder privat versichert? Beiträge im Vergleich

Die private Krankenkasse ist besonders für junge Singles interessant

Gesetzliche Krankenversicherung
In der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Beitragssätze einkommensabhängig erhoben: Wer weniger verdient, zahlt geringere Beiträge - wer mehr verdient, zahlt auch mehr.

Beispiel: Ein Angestellter mit Bezügen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zahlt den Höchstbeitrag. Bei geringem Einkommen fallen die Krankenkassenbeiträge niedrig aus - und das für die gleichen Leistungen. Knapp die Hälfte des Beitrags trägt der Arbeitgeber. Die Beitragsbemessungsgrenze und der Beitragssatz werden jährlich neu festgelegt. Die aktuellen Werte können Sie bei uns unter Rechengrößen in der Sozialversicherung einsehen.

Es gilt das Prinzip der Solidarität des Stärkeren mit dem Schwächeren:

  • In der gesetzlichen Krankenversicherung wird von den besser Verdienenden zu den weniger Verdienenden umverteilt.
  • In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es außerdem einen Umverteilungsprozess von Ledigen auf Verheiratete: Nicht-erwerbstätige Ehepartner sowie alle Kinder sind ohne Zusatzbeitrag mitversichert.
  • Gesundheitsprüfungen gibt es in der gesetzlichen Krankenkasse nicht. Die Kassen dürfen chronisch Kranke oder Menschen mit erhöhtem Krankheitsrisiko nicht ablehnen. Da der Beitragssatz für alle Mitglieder einer Kasse gleichermaßen gilt, findet auch hier eine Umschichtung statt.

Ergebnis: In der gesetzlichen Krankenversicherung wird beim Einkommen von oben nach unten und beim Familienstand von Ledigen auf Verheiratete umverteilt. Gutverdienende Ledige zahlen zwar in der Regel finanziell drauf, sind aber im Gegenzug Mitglied einer auf sozialen Ausgleich bedachten Solidargemeinschaft.

Private Krankenversicherung
Die private Krankenversicherung kennt diese einkommensabhängige Beitragserhebung nicht. Hier werden die Beiträge nach dem tatsächlichen Risiko bemessen. Und das ergibt sich aus dem Eintrittsalter zu Beginn der Versicherung sowie dem tatsächlichen Gesundheitszustand des Versicherten vor Vertragsabschluss. Die Straßenbahnfahrerin zahlt also genauso viel wie die Vorstandsvorsitzende eines großen Unternehmens, wenn beide bei gleicher Gesundheit auch das gleiche Eintrittsalter haben.

Diese personengebundene Betrachtungsweise bedeutet aber auch: Wenn eine Familie gegründet wird und weitere Familienmitglieder hinzukommen, wird für jedes neue Familienmitglied auch ein neuer, eigenständiger Beitrag fällig.

Die private Krankenversicherung bringt jungen Ledigen also in der Regel Vorteile. In einer Familie wird die private Krankenversicherung aber irgendwann teurer als die gesetzliche.


weiter mit: Wie könnte die Beitragsentwicklung langfristig aussehen?

 

Hier finden Sie Hinweise zu Kosten und Leistungsumfang in der privaten Krankenversicherung anhand von Tarifbeispielen: