Krankenversicherung bei Rückkehr aus dem Ausland

Rückkehr in die frühere Krankenversicherung ist meist möglich

Seit der Gesundheitsreform 2007 gibt es in Deutschland eine Versicherungspflicht. Jeder muss sich gegen Krankheit versichern, auch diejenigen, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen.

 Es gilt der Grundsatz, dass sich jeder in der Krankenversicherung versichert, in der er zuletzt versichert war. Das bedeutet im Einzelnen:

  • Wer früher in Deutschland gelebt hat und dort in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert war, kehrt auch in die gesetzliche Krankenversicherung zurück. Dafür sollte man sich an die gesetzliche Krankenkasse wenden, bei der man bei der man zuletzt in Deutschland versichert war.
  • Wer im Ausland gearbeitet hat, und dort sozialversichert war, kann bei der Rückkehr in eine deutsche gesetzliche Krankenkasse eintreten. Hier können Sie diesen Krankenkassen-Beitritt online beantragen.
  • Wer früher in Deutschland privat versichert war, muss sich wieder eine private Krankenversicherung suchen. Dabei hat der Rückkehrer aus dem Ausland einen Anspruch darauf, von seiner früheren privaten Krankenversicherung wieder aufgenommen zu werden. Sie muss zumindest eine Versicherung im Basistarif anbieten. Hier können Sie die Tarife und Leistungen der privaten Krankenversicherung vergleichen.
  • Für den Fall, dass eine Person vorher noch nicht in Deutschland krankenversichert war, entscheidet der berufliche Werdegang über die Versicherungsart: War man im Ausland als Arbeiter oder Angestellter sozialversicherungspflichtig tätig, so gehört man nach der Rückkehr nach Deutschland der gesetzlichen Krankenversicherung an. Selbstständige hingegen, die noch nicht gesetzlich versichert waren, müssen sich privat versichern.

Rückkehr als Rentner nach Deutschland

Rentner, die von einem EU-Land nach Deutschland verlegen, bleiben grundsätzlich in dem Land pflichtversichert, aus dem sie ihre Rentenzahlungen beziehen. Wer lange Zeit in einem anderen EU-Land gearbeitet hat und von dort seine Rente bezieht, bleibt in diesem Land auch Mitglied der Krankenversicherung. Dort muss er sich das E-Formular „E121“ besorgen, das er der deutschen Krankenversicherung vorlegt. Der deutsche Krankenversicherungsträger stellt dann die Gesundheitsleistungen zur Verfügung und rechnet sie mit der gesetzlichen Krankenversicherung in dem EU-Land ab, aus dem auch die Rente fließt.

Aus diesem Grunde sind Rechte auf Kostenübernahme durch den deutschen Versicherungsträger auf „Sachleistungen“ beschränkt. Das bedeutet, die Kosten für den Gang zum Arzt oder die Operation im Krankenhaus werden ganz problemlos übernommen. Auch für die Betreuung durch Pflegepersonal in einer medizinischen Einrichtung – ebenfalls eine Sachleistung – würde sie aufkommen. Geldleistungen, also zum Beispiel eine monatliche Zahlung auf Ihr Konto zur Abgeltung von Kosten für die häusliche Pflege, würde sie Ihnen dagegen mit dem Verweis auf den ausländischen Versicherungsträger wahrscheinlich verweigern.