Chroniker-Befreiungskarte: Zuzahlungen niedrig halten

Wer an der Belastungsgrenze liegt, kann eine Befreiungskarte erhalten

Mit der Chroniker-Befreiungskarte können chronisch Kranke bei Zuzahlungen sparen. Denn wer chronisch krank ist, muss nicht unbegrenzt Eigenanteile zahlen. Es gilt eine Belastungsgrenze von einem Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens.

Das Chroniker-Befreiungskärtchen ermöglicht es, den Höchstbetrag für Eigenanteile im Voraus zu bezahlen. Für das entsprechende Kalenderjahr fallen dann darüber hinaus keine Zuzahlungen mehr an.

Die Befreiungskarte hat den Vorteil, dass Zuzahlungen die über der Belastungsgrenze liegen, nicht erst von Versicherten selbst vorgestreckt werden müssen. Bisher musste der Versicherte sämtliche Belege seiner Zuzahlungen sammeln, um dann am Ende des Kalenderjahres von der Versicherung eine entsprechende Rückzahlung zu erhalten. Dieses Verfahren entfällt mit der Befreiungkarte.

Befreiungskarte gilt nicht nur für Chroniker

Vor allem für chronisch Kranke ist das Beantragen einer Befreiungskarte sinnvoll. Denn bei ihnen ist oft bereits im voraus absehbar, dass die Belastungsgrenze im Laufe des Jahres überschritten werden wird. Das Befreiungskärtchen für die Zuzahlungen ist aber nicht auf chronisch Kranke beschränkt. Auch andere Versicherte können sie erhalten.

Die Befreiungskarte kann im laufenden Kalenderjahr beantragt werden. Die dann errechnete Belastungsgrenze gilt jedoch nur unter Vorbehalt. Die endgültige Belastungsgrenze ergibt sich erst am Ende des Kalenderjahres und entsprechend können dann Rück- oder Nachzahlungen auf den Versicherten zukommen.

Die gesetzliche Belastungsgrenze liegt bei zwei Prozent oder im Falle einer nachgewiesenen chronischen Erkrankung bei einem Prozent des Bruttoeinkommens.

Eine Befreiungskarte wird von vielen Krankenkassen angeboten. Das Verfahren ist dabei meist ähnlich: Zunächst muss die individuelle Belastungsgrenze errechnet werden. Anschließend kann ein entsprechender Antrag an die Kasse gestellt werden. Einige Anbieter fordern, diesem Antrag einen Nachweis „therapiegerechten Verhaltens" beizufügen, also etwa die Teilnahme an einem Behandlungsprogramm der jeweiligen Krankenkasse. Anschließend überweist der Versicherte den errechneten Betrag und erhält die Befreiungskarte.

Zu den Versicherungen, die eine Befreiungskarte anbieten gehören etwa die Barmer GEK, die Techniker Krankenkasse (TK) und die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK). Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK), stellt einen „Befreiungsausweis" aus, wenn AOK-Versicherte durch Zuzahlungen ihre Belastungsgrenze erreichen.

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Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung