Krankenversicherung für Rentner und Pensionäre

Versicherungsschutz bei Beihilfe oder gesetzlicher Krankenkasse

Gesetzlich krankenversicherte Rentner
Deutsche Rentner sind und bleiben Mitglied der deutschen Rentenkrankenversicherung. Wer als Rentner dauerhaft in ein anderes EU-Land ziehen möchte, lässt sich bei seiner Krankenkasse das Formular "E-121" ausstellen. Mit diesem Formular wendet man sich an den Krankenversicherungsträger im Land des neuen Wohnsitzes. Rentner haben dann dort ein Recht auf die gleiche medizinische Versorgung, die allen Inländern zusteht. Die Krankenversicherung  im Gastland kommt für alle Kosten auf und rechnet mit der deutschen Krankenkasse ab.

Beihilfeberechtigte Beamte
Auch nach Ihrem Umzug in ein anderes EU-Land ändert sich für Beamte das Verfahren zur Erstattung der Behandlungskosten nicht. Wie in Deutschland zahlt man zunächst die Arzt- oder Medikamentenrechnung selbst und reicht sie dann sowohl bei der Beihilfestelle als auch bei der privaten Krankenversicherung ein.

Als Pensionär im Ausland kann man allerdings niemals sicher sein, daß die Beihilfestelle tatsächlich vollen Kostenersatz leistet. Die Beihilfe wird nämlich auf der Grundlage der in Deutschland geltenden Tarife berechnet. Sollten Sie sich in Frankreich einer Operation oder Untersuchung unterziehen müssen, die dort sehr viel teuerer ist als in Deutschland, würde die deutsche Beihilfe dennoch nach den deutschen Sätzen zahlen - den Differenzbetrag müßten Sie aus eigener Tasche zuschießen.

Auch bei der Krankenversicherung sind unangenehme Überraschungen nicht ganz auszuschließen: Ob und inwieweit die private Krankenversicherung für Leistungen im Ausland aufkommt, hängt vom jeweiligen Krankenversicherungsvertrag ab. Bei vielen Verträgen wird nur gezahlt, wenn vorher eine „Auslandsvereinbarung“ getroffen wurde. Andere Vertragsformen sind automatisch EU-weit gültig. In jedem Fall zahlt auch die private Krankenversicherungen nur nach den im Vertrag festgelegten Bedingungen und Tarifen.

Man sollte deshalb die Krankenversicherung auf jeden Fall über dem Umzug informieren und sich bei dieser Gelegenheit nach den genauen Erstattungsmodalitäten erkundigen. Unter Umständen kann man sich auch mit einer Zusatzversicherung gegen das Risiko unvollständiger Beihilfezahlungen absichern.

Als Pensionär ist der Weg ins Ausland damit komplizierter, als für Arbeitnehmer, die der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Für sie gilt EU-Recht, nach dem auch Rentner, die in einem anderen EU-Land leben, ohne Einschränkungen Anspruch auf alle dort vorgesehenen Leistungen haben - also nicht selbst zuzahlen müssen.