Krankenversicherung für Ausländer ohne Arbeit

Ausländer aus EU-Staaten erhalten Krankenversicherung in Deutschland

Für jeden Bürger in Deutschland -ob aus Großbritannien, Irland oder Tschechien- stellt sich jedoch die Frage nach einer Krankenversicherung. Während der Krankenkassen-Beitritt von ausländischen Arbeitnehmern eine einfache Angelegenheit ist, wird es ohne Arbeitsplatz etwas komplizierter. Es ist aber durchaus möglich, als Ausländer ohne Arbeit in Deutschland einen guten Schutz für den Krankheitsfall zu finden.

Bürger aus EU-Mitgliedsstaaten können sich mit ihrer Europäischen Krankenversicherungskarte in Deutschland kostenfrei behandeln lassen. Das wird meistens von Urlaubern in Anspruch genommen, gilt aber auch bei bestimmten längeren Aufenthalten. Studenten aus anderen EU-Mitgliedsstaaten und Rentner aus dem europäischen Ausland nutzen oft diese Möglichkeit.

Das mobile Dokument S1 ersetzt die E-Formulare

Der Behandlungsanspruch über die Europäische Krankenversicherungskarte ist auf Notfälle beschränkt. Wenn ein Pole, Ungar, Grieche oder der Bürger eines anderen EU-Mitgliedslandes länger in Deutschland bleiben möchte, sollte er den Leistungsanspruch deshalb erweitern. Dazu müssen sich Ausländer aus EU-Staaten ein spezielles Formular, das Europäische Dokument S1, von ihrer Krankenversicherung ausstellen lassen. Das mobile Dokument S1 ersetzt die früheren E-Formulare E106, E109, E120 und E121. Es dient dazu, mit der Europäischen Krankenversicherungskarte aus dem Ausland die Gesundheitsleistungen zu erhalten, die in Deutschland üblich sind.

So erhalten Ausländer ohne Arbeit eine Krankenversicherung in Deutschland

In einigen Fällen können Ausländer aus EU-Staaten aber richtiges Mitglied einer deutschen Krankenkasse werden, selbst wenn sie keine Arbeit haben. Sie müssen dafür nach den in Deutschland gültigen Regeln Anspruch auf eine gesetzliche Krankenkasse haben. Das ist zum Beispiel bei EU-Ausländern auf Arbeitssuche in Deutschland der Fall, wenn sie sich arbeitslos gemeldet haben. Seit Mai 2011 können sich auch Menschen aus acht neuen EU-Mitgliedsländern in Deutschland arbeitslos melden. Zu diesen Ländern zählen Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn.

Eine weitere Möglichkeit zur Krankenversicherung in Deutschland gibt es seit der Einführung der Krankenversicherungs-Pflicht und der Änderung des Sozialgesetzbuch 5 (SGB V) im Jahr 2007. Seitdem heißt es in §5, Art.1 Nr. 13 SGB V, dass jeder eine Krankenversicherung erhält, der "keinen anderen Anspruch auf Absicherung" hat. Wer als EU-Bürger dauerhaft in Deutschland leben möchte, kann versuchen, über diesen Passus Mitglied einer deutschen Krankenkasse zu werden.

Für die meisten Ausländer, die aus Staaten außerhalb der EU kommen, ist eine Krankenversicherung ohne Arbeit in Deutschland nicht möglich. In Ausnahmefällen kann nach zwölf Monaten die Aufnahme in eine deutsche Krankenkasse erfolgen. Betroffene können sich an eine Krankenkasse ihrer Wahl oder den Krankenkassen-Wechselservice wenden. In den meisten Fällen müssen Ausländer aus Nicht-EU-Staaten aber eine private Krankenversicherung wählen.

Krankenkassen-Anmeldung für Ausländer und EU-Bürger

So finden Ausländer und EU-Bürger eine geeignete Krankenversicherung in Deutschland: Hier Informationen anfordern oder gleich online die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse beantragen.
Zur Online Krankenkassen-Anmeldung

Private Krankenversicherung für Ausländer und EU-Bürger

Ausländer, die in Deutschland leben ohne zu arbeiten, müssen oft die private Krankenversicherung wählen. Hier finden Sie einen Tarifvergleich und können individuelle Angebote anfordern.
Zum Vergleich privater Krankenversicherungen