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Vogelgrippe - Informationen für Reisende

Kontakt mit lebendem und toten Geflügel vermeiden

Um Ansteckungen zu vermeiden, rät das Auswärtige Amt allen, die in betroffene Regionen reisen, den Kontakt zu lebendem und totem Geflügel zu vermeiden. Sie sollten beispielsweise keine Vogel- und Geflügelmärkte besuchen. Geflügelfleisch und Eier zu essen, ist unbedenklich, wenn diese zuvor auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzt wurden, um das Virus abzutöten. Rohes Fleisch oder Eier sollten dagegen auf keinen Fall verzehrt werden, denn die Möglichkeit einer Übertragung durch rohe Geflügelspeisen wird vermutet. Wenn man nicht ganz auf Geflügelgerichte verzichten möchte, sind bei der Zubereitung bestimmte Hygienemaßnahmen zu beachten. Generell wird bei Aufenthalt in Ländern mit Vogelgrippe als Vorsichtsmaßnahme eine gründliche Händehygiene mit Wasser und Seife oder auch alkoholischen Desinfektionslösungen empfohlen.

Einen wirksamen Impfschutz für Menschen gegen die Vogelgrippe gibt es bislang noch nicht. Die Schutzimpfung gegen die menschliche Virusgrippe verhindert nicht die Ansteckung mit der Vogelgrippe. Wer in betroffene Regionen reist, sollte sich aber vorher gegen Grippe impfen lassen, um die gleichzeitige Infektion mit menschlichen und tierischen Influenza-Viren zu verhindern.

Zur medikamentösen Behandlung der Vogelgrippe werden Neuraminidasehemmer eingesetzt. Ausreichende klinische Erfahrungen mit diesem Wirkstoff liegen allerdings noch nicht vor. Wer nach der Rückkehr aus dem Urlaub befürchtet, sich mit der Vogelgrippe angesteckt zu haben, kann einen tropen- oder reisemedizinisch erfahrenen Arzt um Rat fragen.

Anzeichen für die Vogelgrippe beim Menschen sind hohes Fieber, Husten, Atemnot und Halsschmerzen. Etwa die Hälfte der Erkrankten leidet auch unter Durchfall. Im weiteren Verlauf der Vogelgrippe entwickelt sich meist eine Lungenentzündung. Etwa die Hälfte der infizierten Menschen stirbt an der Erkrankung.

Das Wichtigste in Kürze

Vogelgrippevirus H5N1 bislang in mindestens 26 Ländern nachgewiesen

Das aggressive Vogelgrippevirus H5N1 wurde bereits 1997 in Hongkong entdeckt. Der aktuelle Seuchenzug begann Ende 2003. Seither ist der Erreger nach Angaben der Welttiergesundheitsorganisation (OIE) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in mindestens 28 Ländern entdeckt worden. Bei Menschen wurden nach Daten der WHO bislang rund 170 Infektionen nachgewiesen, mehr als 90 Patienten davon starben.

ÄGYPTEN: Das Gesundheitsministerium bestätigte am 17. Februar 2006 in Kairo, das Virus H5N1 sei bei Labortests in Tieren aus verschiedenen Provinzen gefunden worden.

ASERBAIDSCHAN: Das Virus H5N1 wird erstmals am 10. Februar 2006 bei mehreren toten Zugvögeln in der ehemals sowjetischen Republik am Kaspischen Meer entdeckt.

BULGARIEN: Nachdem mehrere wilde Schwäne nahe der rumänischen Grenze verendet sind, wird am 11. Februar 2006 die Tierseuche nachgewiesen.

CHINA: Im Januar 2004 wird das Virus erstmals in der Autonomen Region Guangxi nachgewiesen, weitere Ausbrüche folgen. Offiziell hat die Regierung bislang 12 Infektionen von Menschen bestätigt, von denen 8 tödlich verliefen.

DEUTSCHLAND: Am 14. Februar 2006 wird die Vogelgrippe auf der Ostseeinsel Rügen bei verendeten Schwänen festgestellt.

FRANKREICH: Das Referenzlabor der nationalen Behörde für Lebensmittelsicherheit (AFSSA) weist das Virus am 18. Februar 2006 in einer Wildente nach, die im östlichen Département Ain tot aufgefundenen wurde.

GRIECHENLAND: Das Virus H5N1 wird am 11. Februar 2006 in Griechenland bei drei toten Schwänen nachgewiesen. Mittlerweile hat das griechische Landwirtschaftsministerium H5N1 bei insgesamt fünfSchwänen und einer Wildgans bestätigt.

HONGKONG: In der inzwischen zu China gehörenden Stadt tritt das Virus 1997 das erste Mal auf. Nach mehrjähriger Pause werden seit Anfang des Jahres wieder vereinzelt infizierte Wildvögel entdeckt.

INDONESIEN: Die Tierseuche bricht erstmals im Februar 2004 aus, später erkranken auch Menschen. 19 Patienten sind in Indonesien bislang an dem Virus H5N1 gestorben.

IRAN: Am 13. Februar 2006 wird die Tierseuche erstmals bei Schwänen nachgewiesen.

IRAK: Im Januar 2006 stirbt nach WHO-Angaben ein Mensch an der Vogelgrippe. Bei Tieren wird Anfang Februar der Erreger H5 festgestellt.

ITALIEN: Am 11. Februar 2006 teilen italienische Behörden mit, dass zwei tote Schwäne von dem Erreger H5N1 befallen waren. Inzwischen hat Italien insgesamt 16 Fälle bestätigt, darunter auch bei einer Wildente und einem Bussard.

JAPAN: Im Januar 2004 tritt bei einer Legehenne ein H5N1-Fall auf. Die letzten bekannten Fälle liegen rund eineinhalb Jahre zurück.

KAMBODSCHA: Der erste H5N1-Ausbruch wird im Januar 2004 bei Hühnern entdeckt. Auch vier Menschen sterben an dem Virus.

KASACHSTAN: Im Juli 2005 erreicht die Tierseuche Kasachstan, 400 Enten und Gänse sterben.

KROATIEN: In einem Teich 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Zagreb werden im Oktober 2005 sechs tote Schwäne gefunden, bei denen eine H5N1-Infektion nachgewiesen wird.

MALAYSIA: Im August 2004 wird ein H5N1-Ausbruch in einem kleinen Dorf an der Grenze zu Thailand festgestellt.

MONGOLEI: Nach Bekanntwerden eines H5N1-Ausbruchs im August 2005 werden knapp 90 Vögel getötet.

NIGERIA: Am 8. Februar 2006 erreicht die Vogelgrippe Afrika. Betroffen ist eine Geflügelfarm im nordnigerianischen Dorf Jaji (Kaduna), 40 000 Tiere sterben.

ÖSTERREICH: Das amtliche österreichische Gesundheitslabor AGES weist am 13. Februar 2006 bei zwei in der Steiermark entdeckten toten Schwänen das Vogelgrippevirus H5N1 nach.

RUMÄNIEN: Im Oktober 2005 werden bei Geflügel H5N1-Infektionen registriert.

RUSSLAND: In neun Dörfern in der Region Nowosibirsk in Sibirien werden im Juli 2005 befallene Hühner, Enten, Truthähne und Gänse entdeckt. Auch im europäischen Teil Russlands gibt es später
vereinzelte Seuchenherde.

SLOWENIEN: Slowenische Behörden stellen H5N1 am 13. Februar bei einem
toten Schwan nahe der Grenze zu Österreich fest.

SÜDKOREA: Im aktuellen Seuchenzug der Vogelgrippe informiert als erstes Land Südkorea am 12. Dezember 2003 die OIE über den Ausbruch einer «hoch pathogenen aviären Influenza» bei Geflügel, der Erreger stellt sich später als H5N1 heraus.

THAILAND: Das Virus H5N1 wird im Januar 2004 erstmals entdeckt. In der Folge werden mehrere Millionen Tiere getötet oder sterben. Seither sind auch 14 Menschen gestorben.

TÜRKEI: Im Oktober 2005 erreicht das H5N1-Virus den asiatischen Teil der Türkei. .

UKRAINE: Im Dezember 2005 wird bekannt, dass der Erreger an mindestens elf Orten auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim aufgetreten ist.

UNGARN: Die Regierung gibt am 21. Februar bekannt, dass in Gewebeproben von drei verendeten Schwänen H5N1 nachgewiesen wurde. Vier weitere Proben toter Wildvögeln werden noch untersucht.

VIETNAM: Den erste H5N1-Ausbruch bei Hühnern meldet Vietnam im Januar 2004 an die OIE. Das Land hat mit bislang 42 Toten die meisten Vogelgrippe-Opfer unter Menschen zu beklagen.

Großbritannien gilt bislang nicht als Vogelgrippeland. Das H5N1-Virus war zwar bei taiwanesischen Finken entdeckt worden, die Tiere verließen die Isolierstation jedoch nicht.

Auswärtiges Amt
Informationen für Reisende.

US-Center for Disease Control and Prevention

Informtionen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz

Auflistung der Verbreitung der H5N1-Vogelgrippefälle bei Tieren

Vogelgrippefälle bei Menschen

dpa, eigene Recherchen