Private Pflegeversicherung

Ergänzung zur Pflegepflichtversicherung

Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen und der privaten Krankenversicherung sind verpflichtet, sich gegen die Kosten der Pflegebedürftigkeit abzusichern. Die Leistungen dieser Pflegepflichtversicherungen sind für alle Pflegebedürftigen gleich. Da die Pflegepflichtversicherung oft nicht ausreicht, um die tatsächlichen Pflegekosten zu bestreiten, kann man zusätzlich eine private Pflegeversicherung abschließen.

 Versicherte in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung können beim Abschluss einer Pflegetagegeld-Versicherung einen Zuschuss von 5 Euro pro Monat erhalten. Solche "Pflege-Bahr"-Verträge müssen aber bestimmte gesetzliche Vorschriften einhalten, um förderfähig zu sein. Der Versicherungsbeitrag muss mindestens 10 Euro pro Monat betragen und im Pflegefall der Pflegestufe III müssen mindestens 600 Euro monatlich ausgezahlt werden. Die Versicherungsgesellschaften dürfen im Rahmen der Pflege-Bahr-Verträge niemanden wegen seines Gesundheitszustands ablehnen oder höhere Beiträge verlangen.

Die Pflegetagegeldversicherung zahlt für jeden Tag der Pflegededürftigkeit im Rahmen der jeweiligen Pflegestufe. Damit erspart man sich unnötige Diskussionen mit der Versicherungsgesellschaft über Pflegeformen und Pflegekosten. Auch eine angemessenen Honorierung der privaten häuslichen Pflege ist so möglich. Die Pflegetagegeldversicherung gibt dem Versicherten eine hohe Flexibilität bei der Pflegegestaltung. Da es sich bei der Pflegetagegeldversicherung um eine private Pflegeversicherung mit umfangreichen vertraglichen Gestaltungsmöglichkeiten handelt, sollten Interessenten sich vor dem Abschluss unabhängig beraten lassen.

Die private Pflegeversicherung wird in drei Varianten angeboten:

Die Pflegetagegeldversicherung zahlt einen vorher vereinbarten Tagessatz pro Pflegetag. Bei der Pflegetagegeldversicherung erhält der Versicherte für jeden Tag der Pflegebedürftigkeit einen vorher festgelegten Betrag. Damit ist der Pflegebedürftige in der Wahl der Pflege sehr flexibel. Außerdem spart man sich Streitereien mit der Versicherungsgesellschaft über Pflegeformen und deren Kosten. Der Abschluss einer privaten Pflegetagegeldversicherung wird unter bestimmten Bedingungen vom Staat mit fünf Euro pro Monat gefördert (Pflege-Bahr).

Die Pflegekostenversicherung erstattet die tatsächlich nachgewiesenen Kosten. Häufig wird hier die Zahlung eines bestimmten Prozent-Anteils an den tatsächlichen Pflegekosten vereinbart. Dadurch wird die Pflege durch Angehörige in geringerem Maße vergütet als die Betreuung durch Pflegedienste.

Die Pflegerentenversicherung kombiniert Versicherungsschutz und Sparvertrag. Pflegebedürftige erhalten für die Dauer der Pflegebedürftigkeit eine vorher festgeschriebene Pflegerente. Im Vergleich zur Pflegekostenversicherung und zur Pflegetagegeldversicherung ist die Pflegerentenversicherung die teuerste Form der Pflegeversicherung und wohl nur im Ausnahmefall sinnvoll.