Krankenkassen-Wahltarife jetzt ohne dreijährige Mindestlaufzeit

Bedingungen für Krankenkassen-Wahltarife gelockert (PM 21.01.2011)

Die Bestimmungen für Wahltarife in der gesetzlichen Krankenversicherung wurden zum 1. Januar gelockert. Durch Wahltarife können Krankenkassen-Mitglieder den Leistungsumfang der Krankenversicherung erweitern oder Geld sparen. Das Internetportal Krankenkassen.de stellt die wichtigsten Änderungen dar.

Neue Bedingungen gelten für den Wahltarif für besondere Therapierichtungen. Bei diesem Tarif verlangen Krankenkassen meist einen Aufpreis und bieten dafür Zusatzleistungen. Bisher betrug die Mindestlaufzeit des Wahltarifs drei Jahre. Seit 1. Januar gilt die Entscheidung nur noch für ein Jahr und auch die Sonderkündigung ist möglich. Wird ein Zusatzbeitrag eingeführt oder angehoben, kann die Krankenkasse vor Ablauf der Mindestlaufzeit gekündigt werden.

Auch beim Wahltarif mit Prämie bei Leistungsfreiheit wurde die Mindestlaufzeit von drei Jahren auf ein Jahr gesenkt und das Sonderkündigungsrecht eingeführt. Wer sich für diesen Tarif entscheidet erhält Geld zurück, wenn er in einem Jahr keine oder nur wenige Leistungen in Anspruch nimmt. Die Rückzahlung kann bis 575 Euro betragen. Ein finanzielles Risiko besteht nicht.

Bei Wahltarifen mit Kostenerstattung bezahlt der Versicherte Rechnungen zunächst selbst und lässt sich diese anschließend von der Krankenkasse erstatten. Die Mindestlaufzeit von Kostenerstattungstarifen wurde von drei Jahren auf ein Jahr reduziert und das Sonderkündigungsrecht eingeführt. Verbraucherschützer warnen dennoch: In den meisten Fällen erstattet die Krankenkasse nicht den vollen Rechnungsbetrag.

Teilweise gelockert wurden die Bedingungen für Wahltarife mit Selbstbehalt. Es bleibt bei der dreijährigen Laufzeit, allerdings ist fortan die Sonderkündigung möglich. Wer sich für diesen Tarif entscheidet, muss Behandlungskosten bis zu einem vorher vereinbarten Betrag selbst bezahlen und erhält im Gegenzug eine Prämie. In ungünstigen Fällen zahlen Versicherte mehr als im Normaltarif.

Keine Änderungen gibt es beim Wahltarif Krankengeld, mit dem Selbstständige und Freiberufler den gesetzlichen Krankengeld-Anspruch aufstocken können. Teilnehmer an diesem Tarif binden sich weiterhin für drei Jahre an ihre Krankenkasse und haben kein Sonderkündigungsrecht.

Weitere Informationen zu den Wahltarif-Angeboten gesetzlicher Krankenkassen