Gesetzliche Krankenkassen: Was die Vorstände wirklich verdienen

Gehälter jetzt im Internet veröffentlicht (PM vom 18.3.2010)

Jedes Jahr Anfang März veröffentlichen die Krankenkassen die Gehälter ihrer Vorstände. Sie sind gesetzlich zu dieser Offenlegung verpflichtet. Die Veröffentlichung soll Rückschlüsse auf Finanzgebaren und Einsparpotenziale der Krankenkassen ermöglichen. Die Form der Veröffentlichung gleicht allerdings eher einem Versteckspiel: Die Angaben sind auf mehrere Ausgaben des Bundesanzeigers verteilt, nur nach umfangreicher Recherche ergibt sich ein vollständiges Bild. Jetzt wurde die Liste der Gehälter der Krankenkassen-Vorstände für das Jahr 2009 vom Internetportal krankenkassen.de in verständlicher Form veröffentlicht.

So können die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen im Internet nachlesen, wie ihre Kasse mit dem Thema "Vorstandsgehälter" umgeht. Dies verbessert die Vergleichsmöglichkeiten der Kassen untereinander und sorgt für die oft geforderte die Transparenz im Umgang mit öffentlichen Mitteln im Gesundheitswesen.

Das höchste Gehalt erzielte auch 2009 wieder der Vorstand der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen. Er verdiente 270.000 Euro. Platz Zwei belegt DAK-Chef Herbert Rebscher mit 235.000 Euro. Mit AOK Plus-Vorstand Rolf Steinbronn findet sich auch ein AOK-Vorstand unter den 5 Top-Verdienern. Obwohl immer wieder kontrovers diskutiert, ist das Vorstandsgehalt bei den großen Krankenkassen keine bedeutende Budgetgröße. Bei der Techniker Krankenkasse werden je Versichertem 4 Cent für das Gehalt des Vorstandsvorsitzenden aufgewendet.

Im Vergleich zum Vorjahr erhielten etwa zwei Drittel der Krankenkassen-Vorstände höhere Gehälter. Einige Vorstände mussten dagegen Einbußen hinnehmen. So sank das Gehalt des Chefs der Deutschen BKK um fast ein Drittel. Das passt zur Finanzlage der Kasse: Sie verlangt seit kurzem einen Zusatzbeitrag.

Detaillierte Angaben zur Vorstandsvergütung bei 124 Krankenkassen finden Sie hier.