Nachrichten

Bundeskabinett beschließt neue Gebührenordnung für Zahnärzte

Das Bundeskabinett hat einer Erhöhung der Zahnarzthonorare durch eine Neuregelung der Gebührenordnung für Zahnärzte zugestimmt. In der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) werden die vom Patienten privat zu zahlenden Leistungen des Zahnarztes zum 1. Januar 2012 neu geregelt. Neben den privaten Krankenversicherungen sind aber auch die gesetzlich Krankenversicherten betroffen.

Wählt ein gesetzlich versicherter Patient eine Leistung, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgeht, trägt er die Mehrkosten selbst - und die sind in der GOZ geregelt. Diese Mehrkosten können im Einzelfall um mehr als das Doppelte ansteigen. Häufig werden diese Mehrkosten auch durch Zusatzversicherungen nicht vollständig gedeckt. Entscheidend ist hier die Frage, ob eine vollständige oder nur teilweise Erstattung vereinbart wurde.

So beträgt das Zahnarzthonorar für eine einflächige Zahnfüllung zurzeit 30,93 Euro. Im nächsten Jahr soll die gleiche Leistung dann 64,17 Euro kosten - und das bei einem lediglich einfachen Gebührensatz. Je nach Schwierigkeitsgrad der Behandlung kann der Zahnarzt die Kosten zusätzlich mit einem Faktor von bis zu 3,5 multiplizieren (3,5-facher Gebührensatz). In diesem Falle würden Mehrkosten in Höhe von 116,34 Euro entstehen. Der Kassenzuschuss bliebe mit rund 30 Euro jedoch gleich. Laut Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) würde eine Vollkrone künftig rund 74 Euro, eine Teleskopkrone sogar bis zu 230 Euro mehr kosten. Die Zahnärzte werden verpflichtet, dem Patienten bei besonders hohen Kosten für zahntechnische Leistungen einen Kostenvoranschlag anzubieten und auf Wunsch zu erstellen.

Häufig werden auch privat versicherte Patienten tiefer in die Tasche greifen müssen. Wurde vom privat Versicherten nicht ein Tarif mit einer Kostenerstattung in Höhe von 100 Prozent abgeschlossen, fällt in der Regel ein Eigenanteil an. Je höher die Zahnarztrechnung ausfällt, desto höher wird dann der prozentuale Eigenanteil des Privatpatienten.

Die Verordnung dient der Anpassung des Gebührenverzeichnisses der seit 1988 nicht überarbeiteten Gebührenordnung an die medizinische und technische Entwicklung. Dennoch stößt das Vorhaben der Bundesregierung auf teilweise harsche Kritik. So sieht der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) keinen Bedarf zur Erhöhung der Zahnarzthonorare. Verbraucherschützer kritisieren vor allem die einseitige Mehrbelastung der gesetzlich versicherten Patienten.

Die rund 66.000 deutschen Zahnärzte würden durch die neuen GOZ rund 345 Millionen Euro mehr abrechnen können - pro Zahnarzt wären das theoretisch 5200 Euro. Trotzdem sind ihre Standesvertretungen nicht zufrieden. Sie fordern eine erhebliche Steigerung des Punktwertes, nach dem der geldwerte Aufwand jeder zahnärztlichen Leistungen berechnet wird.

Die geplante Neuregelung benötigt jetzt nur noch die Zustimmung des Bundesrates. Diese gilt als sicher. Die neue GOZ wird deshalb wohl zum 1. Januar 2012 in Kraft treten.

Hier finden Sie die GOZ-Novelle.