Der Vertrag: Eine lebenslange Beziehung

Information, Beratung, Prüfung - Die Entscheidung sorgfältig vorbereiten

Der Vertrag zwischen privater Krankenversicherung und Versichertem wird privatrechtlich geschlossen. Das heißt auch: Im Gegensatz zur gesetzlichen ist die private Krankenversicherung nicht zu einem Abschluss gezwungen. Sie kann sich ihre Vertragspartner auswählen, Gesundheitsprüfungen verlangen, bei gesundheitlichen Vorbelastungen Risikoaufschläge berechnen oder ein Vertragsverhältnis ganz ablehnen.

Hier können Sie errechnen, wieviel die private Krankenversicherung kostet:

Eine Familienversicherung gibt es nicht. Jedes Familienmitglied schließt einen eigenen Vertrag, der seiner persönlichen Risikostruktur entspricht - ganz unabhängig von seinem Einkommen. Auch Umfang und Qualität des gewählten Versicherungsschutzes werden in jedem Vertrag individuell festgelegt. Die Beiträge in der privaten Krankenversicherung richten sich nach dem tatsächlichen Risiko, das von Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Geschlecht jedes Versicherten bestimmt wird - und natürlich dem Leistungsumfang des gewählten Tarifs. Zwischen den Versicherten findet keine Umverteilung nach sozialen Gesichtspunkten statt. Ältere zahlen mehr als Junge, beim Beitritt gesundheitlich Vorbelastete mehr als Kerngesunde.

Die privaten Krankenkassen haben also den Vorteil, nur die "günstigen Risiken" als Vertragspartner wählen zu können. Vor Vertragsabschluß erkennbare und einschätzbare Risiken können durch einen Aufschlag zum Beitrag aufgefangen werden. Wer dagegen ernsthafte gesundheitliche Probleme hat, sollte sich gar nicht erst um ein Vertrag bemühen.

Vor dem Abschluß einer privaten Krankenversicherung verlangen die Gesellschaften deshalb einen Gesundheitscheck. Die genauen Anforderungen erfährt man bei der jeweiligen Versicherung. Mit der Unterschrift unter den Versicherungsantrag entbindet man alle Ärzte von ihrer Schweigepflicht. Die Gesellschaft kann damit die Krankengeschichte bis zu 10 Jahre zurück verfolgen. Beim Gesundheitscheck sollte man nichts verschweigen: Wer im Antrag falsche Angaben macht und Vorerkrankungen verschweigt, erhält später keine Leistungen. Im schlimmsten Fall droht die Kündigung.

Ist der Vertrag geschlossen, sind Versicherung und Versicherter in der Regel eine lebenslange Beziehung eingegangen. Denn die Versicherung kann aus dem Vertrag nicht mehr aussteigen. Sie kann die einmal gegebenen Leistungszusagen nicht mehr ändern. Auch der Versicherte ist eng an seine Gesellschaft gebunden. Durch eine Kündigung würde er die Altersrücklage verlieren, die er im Laufe der Jahre gebildet hat. Eine Rückkehr in das System der gesetzlichen Krankenversicherung ist nahezu unmöglich.

Deshalb gilt: Das Ausscheiden aus dem System der gesetzlichen Krankenversicherung und der Abschluss eines Vertrages mit einer privaten Krankenversicherung sollte in allen Aspekten sehr sorgfältig durchdacht werden. Der in vielen Websites angebotene direkte kurzfristige Beitragsvergleich hilft da überhaupt nicht weiter. Es zählt nicht die Frage "Ist der Beitrag zur privaten Krankenversicherung für mich jetzt niedriger als der zur gesetzlichen?". Sondern: "Wie fällt der Kostenvergleich über die nächsten Jahrzehnte aus?". Wer sich die Frage nach einem Systemwechsel stellt, muss immer auch über seine persönlichen Lebensperspektiven nachdenken. Für diesen Prozess sollte man sich viel Zeit nehmen, und kompetente, möglichst unabhängige Beratung suchen.

Das gilt übrigens auch für den eigentlichen Vertrag. Unter der fast unendlichen Vielzahl möglicher Vertragsvarianten muss die passende herausgesucht werden - ob zur Absicherung des Basisrisikos oder als "Krankenversicherung de luxe".