Allianz ist Europäische Gesellschaft

Eintrag ins Handelsregister

Der Versicherungskonzern Allianz hat als erstes deutsches Großunternehmen seinen historischen Umbau zur Europäischen Gesellschaft abgeschlossen. Im Zuge der Verschmelzung mit der italienischen RAS Holding habe die Allianz AG die neue Rechtsform der SE (Societas Europaea) angenommen und firmiere damit ab sofort unter dem Namen Allianz SE, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig sei auch die zur Verschmelzung beschlossene Kapitalerhöhung wirksam geworden.

Mit der Umwandlung will sich der Versicherungskonzern für den schärfer werdenden Wettbewerb rüsten. Allianz-Vorstand Paul Achleitner hatte die Neuordnung kürzlich als eine der komplexesten Transaktionen der deutschen Unternehmensgeschichte bezeichnet. Bei dem Umbau wurde unter anderem das deutsche Geschäft mit Lebens-, Kranken- und Sachversicherungen unter dem Dach einer Deutschland Holding gebündelt. Damit will der Konzern auch Marktanteilsverlusten entgegensteuern.

Die Umbaupläne, die mit dem Verlust von rund 5000 Arbeitsplätzen im Versicherungsgeschäft einhergehen, waren vor etwa einem Jahr bekanntgegeben worden. Bei ihrer Tochter Dresdner Bank hat die Allianz zudem die Streichung von nochmals rund 2500 Arbeitsplätzen angekündigt. Zu den Einschnitten laufen Verhandlungen zwischen Unternehmen und Beschäftigtenvertretern.

Die Kapitalerhöhung umfasst die Ausgabe von 25,1 Millionen neuer Aktien der Allianz SE an die Aktionäre der RAS Holding. Gemäß Verschmelzungsplan erhalten die RAS-Aktionäre drei neue Aktien der Allianz SE für 19 Aktien der RAS Holding. Die technische Abwicklung dieses Umtauschs soll am kommenden Montag (16. Oktober) beginnen. An diesem Tag ende auch die Börsennotierung der Stamm- und der Vorzugsaktien der RAS Holding, hieß es. Die Aktien der Allianz SE würden im so genannten MTA International gehandelt, einem Segment des «Mercato Telematico Azionario» der italienischen Börse, das insbesondere für internationale Unternehmen mit Notierung an anderen organisierten Märkten in der Europäischen Union konzipiert worden sei, erklärte das Unternehmen.

Darüber hinaus werden die Aktien des Versicherers wie bisher an den Börsen in Deutschland, London, Paris, in der Schweiz sowie in Form so genannter American Depositary Receipts (Aktienzertifikate) an der New Yorker Börse gehandelt.