Krankenversicherung für Ausländer: Selbstständige

Private Krankenversicherung oder gesetzliche Krankenkasse für Selbstständige

Wenn Ausländer in Deutschland als Selbstständige arbeiten, haben sie die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Systemen der Krankenversicherung. Sie können sich entweder bei einer privaten Krankenversicherung anmelden oder als Ausländer die Aufnahme in eine gesetzliche Krankenkasse beantragen. Das gilt nicht nur für Ausländer aus EU-Mitgliedsstaaten, sondern auch für alle anderen Ausländer, deren Aufenthaltsgenehmigung eine selbstständige Tätigkeit zulässt.

Die private Krankenversicherung ist eine individuelle Absicherung. Der Versicherte zahlt einen monatlichen Beitrag, der im Laufe des Lebens ansteigt. Der Beitrag bemisst sich nach dem persönlichen Gesundheitsrisiko, vor allem aber nach dem Alter des Versicherten. Vor Beginn der privaten Krankenversicherung müssen die Interessenten sich meistens vom Arzt untersuchen lassen. Sind sie gesund, ist der Beitrag für junge Leute oft sehr günstig. Die Leistungen sind in viele Fällen besser als das Angebot, das gesetzlich Versicherte erhalten. Für Ausländer interessant: Die privaten Krankenversicherung gelten häufig weltweit.

Bei der gesetzlichen Krankenkasse richtet sich der Beitrag nicht nach dem persönlichen Krankheitsrisiko, sondern nach dem Einkommen. Seit Januar 2011 beträgt der Beitragssatz 15,5 Prozent vom Einkommen, hinzu kommen bei einigen Krankenkassen Zusatzbeiträge. Wer sich als Ausländer für eine gesetzliche Krankenkasse entscheidet, muss bedenken, dass es sich um eine "freiwillige Versicherung" handelt. Bei Selbstständigen bewegt sich der Beitrag dann, abhängig vom tatsächlichen Einkommen, zwischen dem Mindest- und Höchstbeitrag für gesetzlich Versicherte Selbstständige . Die aktuellen Werte finden Sie in unserer Sektion Krankenkassenbeitrag für Selbstständige.

Ein großer Vorteil der gesetzlichen Krankenkassen ist, dass Familienangehörige ohne eigenes Einkommen kostenlos mitversichert werden. Das gilt selbstverständlich auch für die Familienangehörigen von EU-Bürgern und anderen Ausländern, die Mitglied einer deutschen Krankenkasse sind.

Doch nicht jeder Ausländer oder EU-Bürger, der in Deutschland selbstständig tätig ist, kann eine freiwillige Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse wählen. Entscheidend ist die vorherige Versicherung, auch wenn diese in einem anderen Land bestand. Nur wer schon vorher im Ausland in einer gesetzlichen Krankenversicherung war, kann sich in Deutschland freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern.

EU-Bürger können ihre Vorversicherungszeiten bei einer gesetzlichen Krankenversicherung mit einem speziellen EU-Formular nachweisen, dem "Structured Electronic Document" (SED). In diesem Fall ist das Structured Electronic Document SED S040 oder SED S041 notwendig. Dieses EU-Formular war früher unter dem Namen E-104 bekannt. Das Formular kann aber auch nachgereicht werden, es muss noch nicht vorliegen, wenn der Mitgliedsantrag gestellt wird.

Krankenkassen-Beitritt für Ausländer und EU-Bürger

So finden Ausländer und EU-Bürger eine geeignete Krankenversicherung in Deutschland: Hier Informationen anfordern oder gleich online die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse beantragen.
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Private Krankenversicherung für Ausländer und EU-Bürger

Ausländer und EU-Bürger, die in Deutschland als Selbstständige arbeiten, können eine private Krankenversicherung wählen. Hier finden Sie einen Tarifvergleich und können Angebote anfordern.
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