Keine endgültige Befreiung von der Versicherungspflicht

Arbeitnehmer müssen sich immer drei Jahre lang gesetzlich versichern

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland muss sich gesetzlich versichern. Die Voraussetzungen für eine private Krankenversicherung können Arbeitnehmer nur in Ausnahmefällen erfüllen. Der wichtigste Fall ist, wenn das Gehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Dann kann sich ein Arbeitnehmer von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Was aber passiert, wenn das Einkommen wieder unter diesen Wert sinkt?

Endgültige Befreiung von der Versicherungspflicht gibt es nicht

Immer wieder kursieren Gerüchte über eine "endgültige Befreiuung von der Versicherungspflicht". Eine solche Regelung aber gibt es nicht. Die Frage, ob sich jemand privat oder gesetzlich versichern kann, richtet sich allein nach den gesetzlichen Bestimmungen.

Mit der Gesundheitsreform von 2007 wurde festgelegt, dass alle Arbeitnehmer mit der Aufnahme einer sozialversicherungsrechtlichen Beschäftigung (in der Regel ein Angestelltenverhältnis) für mindestens drei Jahre in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig werden. Diese Regelung gilt auch für Arbeitnehmer, deren Gehalt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Sie müssen für mindestens drei Jahren aus ihrem Einkommen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung entrichten, wenn auch nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Dieser Verpflichtung unterliegen auch Personen, die zum ersten Mal einen Beschäftigung als Arbeitnehmer aufnehmen und zuvor beispielsweise als Selbstständige privat krankenversichert waren.

Erst wenn das regelmäßige Jahreseinkommen in drei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten hat und dies auch im vierten Kalenderjahr der Fall sein wird, wird der abhängig Beschäftigte (wieder) versicherungsfrei und kann wählen, ob er sich in der privaten oder in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern möchte.

Wer dann in der privaten Krankenversicherung ist, bleibt dort auch. Anders ist es bei vormals Selbstständigen, die eine abhängige Beschäftigung aufnehmen. Sie müssen zunächst in die gesetzliche Krankenversicherug eintreten und können diese erst wieder verlassen, wenn ihr Einkommen drei Jahre lang über der Versicherungspflichtgrenze lag.

Weitere Informationen:

- Vergleich zwischen privater und gesetzlicher Krankenkasse