Schweinegrippe-Impfung: Antworten zum Impfplan

Fragen und Antworten zur Impfung gegen Schweinegrippe A/H1N1

Die Schweinegrippe könnte sich zu einer großen Gefahr für die öffentliche Gesundheit entwickeln. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Juni 2009 die höchste Pandemiestufe 6 für die Schweinegrippe ausgerufen. Deutschland wappnet sich mit einem groß angelegten Impfplan gegen die drohende Pandemie.

Aus Sicht von Experten sollten die Gefahren der Schweinegrippe nicht verharmlost werden. Nach Aussage des Kieler Katastrophenforschers Wolf Dombrowsky ist die Bedrohung einer Pandemie von ihren Folgen her größer als die Bedrohung durch Terrorismus. Dombrowsky sitzt in der Bund-Länder-Kommission, die den Pandemie- Plan mit ausgearbeitet hat. Hier finden Sie Antworten auf wichtige Fragen im Zusammenhang mit der Impfung gegen Schweinegrippe A/H1N1.


Wann gibt es den Impfstoff gegen Schweinegrippe A/H1N1?

Mit den ersten Impfstoffdosen gegen die Schweinegrippe wird für Herbst 2009 -wahrscheinlich im Oktober- gerechnet. Anfang August 2009 wurde mit ersten Testimpfungen in Hamburg, Würzburg und München und anderen deutschen Städten begonnen. Ergebnisse dieser Tests werden im Spätherbst 2009 erwartet und sind entscheidend für die Zulassung des Impfstoffes.

 

Wer wird zuerst gegen Schweinegrippe geimpft?

Insgesamt hat Deutschland Impfstoff für ungefähr 22,5 Millionen besonders gefährdete Bürger bestellt. Zu diesen Risikogruppen zählen

  • Ärzte und medizinisches Personal
  • Mitarbeiter von Feuerwehr, Polizei und Justizvollzugsanstalten (notwendig um im Fall einer Pandemie die öffentliche Sicherheit aufrecht zu erhalten)
  • chronisch Kranke (auch sehr junge chronisch Kranke): Asthmatiker, Menschen mit chronischer Bronchitis, mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mit Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetiker, HIV-Infizierte, Menschen, die an Multipler Sklerose und schwerer Fettleibigkeit leiden
  • Schwangere
  • Mitglieder des Bundeskabinetts für weitere 100.000 Mitarbeiter des Regierungsapparates und nachgeordneter Behörden

Die Schutzimpfung für Schwangere ist umstritten: Einerseits gehören sie zu einer gefährdeten Risikogruppe, in der es bereits vermehrt zu schweren Krankheitsverläufen, Komplikationen und Todesfällen gekommen ist. Andererseits scheint aber nicht absehbar, inwieweit gewisse Inhaltstoffe des Impfserums (die so genannten Verstärker) für Schwangere verträglich sind.

Wann kann sich die übrige Bevölkerung impfen lassen?

Das Bundesgesundheitsministerium hat als grundsätzliches Ziel ausgegeben, dass jeder geimpft werden soll, der dies möchte. Dazu wurden Verträge mit zwei Impfstoffherstellern abgeschlossen, die im Notfall die Versorgung aller Bundesbürger mit Impfstoff sicherstellen sollen. Es ist jedoch nicht geplant, eine Pflichtimpfung gegen die Schweinegrippe einzuführen, die Impfung soll freiwillig bleiben.

 

Wie lange dauert die Immunisierung?

Um eine vollständige Immunisierung zu erzielen, sind zwei Impfdosen notwendig, die im Abstand von ungefähr zwei Wochen verabreicht werden. Der Schutz ist ungefähr zehn Tage nach der zweiten Impfdosis aufgebaut. Auch dann ist jedoch nur eine Immunität von maximal 90 Prozent erreicht, die bei älteren Menschen auch geringer sein kann.

Als aktive Immunisierung oder Schutzimpfung wird der Vorgang bezeichnet, bei dem bestimmte Krankheitserreger in abgeschwächter Form in den Körper eingeimpft werden, um das Immunsystem zur Produktion von Antikörpern anzuregen, die den Erreger bekämpfen. Da bei diesem Prozess auch Gedächtniszellen produziert werden, ist der Körper zukünftig vor einer Infektion mit diesem Erreger geschützt.


Wo wird geimpft?

Die Impfungen sollen zum Großteil in öffentlichen Einrichtungen durchgeführt werden. Noch ist unklar, ob sie auch in Arztpraxen angeboten werden. Die Bestimmung über die Impfstätten liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Es könnte daher zu unterschiedlichen Regelungen in Deutschland kommen.

 

Was kostet die Impfung gegen Schweinegrippe?

Für Versicherte ist die Impfung gegen Schweinegrippe in jedem Fall kostenlos. Da es sich um eine Vorsorgemaßnahme handelt, ist auch keine Praxisgebühr zu entrichten.


Wer trägt die Kosten der Schweinegrippe-Imfpung in Deutschland?

In erster Linie kommen die Krankenkassen für die Kosten der Schweinegrippe-Schutzimpfung auf. Sie tragen die Kosten für die Impfung der Hälfte der Bevölkerung. Erst wenn mehr als die Hälfte der Bevölkerung gegen Schweinegrippe geimpft werden sollte, beteiligen sich der Bund und die Länder.

Die Kosten für die Impfung von 50 Prozent der Bevölkerung könnten sich auf eine Milliarde Euro belaufen, schätzt das Bundesgesundheitsministerium. Dass es dazu kommt ist aber unwahrscheinlich. Zunächst sollen nur etwa 28 Prozent der Bevölkerung geimpft werden.

Über die Verteilung der Kosten gab es im Vorfeld erbittererten Streit zwischen Krankenkassen und Bundesgesundheitsministerium. Die Bundesregierung beruft sich auf Paragraf 20 d SGB V, wonach die Krankenkassen verpflichtet sind, die Kosten für Schutzimpfungen zu übernehmen.
 

Wo kann ich mich weiter informieren?

Das Bundesgesundheitsministerium hat unter 0800-44 00 55 0 eine kostenlose Hotline eingerichtet, bei der sich Bürger über die Schweinegrippe informieren können. Diese Hotline ist montags bis donnerstags von 8-18 Uhr, freitags von 8-12 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 10-16 Uhr zu erreichen.

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