Kernpunkte der Pflegereform 2008

Bessere Leistungen und höherer Beitrag

Mit der Reform der Pflegeversicherung zum 1. Juli 2008 wurden die Beitragssätze angehoben. Sie stiegen um 0,25 Punkte auf 1,95 Prozent, Kinderlose zwischen 23 und 65 Jahren zahlen 2,2 Prozent ihres Einkommens.

Mit den zusätzlichen Einnahmen werden die Leistungen für pflegebedürftige Menschen verbessert. In der Pflegestufe eins stehen Bedürftigen künftig 420 Euro im Monat zur Verfügung. Bisher waren es 384 Euro. In Pflegestufe zwei steigt der Satz von 921 auf 980 Euro und in Pflegestufe drei von 1.432 auf 1.470 Euro im Monat. Das Pflegegeld steigt auf 215 Euro in Stufe eins, auf 420 Euro in Stufe zwei und auf 675 Euro in Stufe drei. Die Leistungen bei stationärer Versorgung steigen auf 1470 Euro in Stufe drei, Härtefälle erhalten bis zu 1.750 Euro.

Bis 2012 sind weitere Verbesserungen vorgesehen. Pflegebedürftige in der Stufe eins erhalten dann für ambulante Pflege 450 Euro je Monat. Das Pflegegeld steigt auf 235 Euro im Monat. In Stufe zwei werden 1.100 Euro für ambulante Pflege und 440 Euro Pflegegeld je Monat gezahlt. In Stufe drei gibt es 1.550 Euro für ambulante oder stationäre Pflege sowie 700 Euro Pflegegeld.

Bereits zum 1. Juli 2008 wurden die Leistungen für altersverwirrte Menschen angehoben. Bei Betreuung zu Hause erhalten sie statt bisher maximal 460 Euro jährlich künftig bis zu 1200 Euro bei geringerem Bedarf. Bestätigt ein Gutachten einen höheren Bedarf, können sie 2400 Euro jährlich erhalten. Dafür ist keine Einordnung in eine Pflegestufe mehr nötig.

Angehörige sollen es künftig einfacher haben, sich um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern. Sie können bis zu sechs Monate „Pflegezeit“ bei ihrem Arbeitgeber beantragen. Die Regel gilt für Betriebe ab 15 Angestellte. In Notfällen können sie kurzfristig bis zu zehn Tagen von der Arbeit freigestellt werden. Lohn wird während der Pflegezeit nicht gezahlt.

Um Missstände und Qualitätsmängel zu vermeiden, werden Pflegeeinrichtungen stärker geprüft. Bis 2010 wird es mindestens eine Prüfung in jedem Heim geben. Ab 2011 finden regelmäßig unangemeldete Prüfungen statt, deren Ergebnisse veröffentlicht werden. Verantwortlich dafür ist der Medizinische Dienst der Krankenkassen.