Rio verschiebt Karnevalsumzüge wegen Corona auf April

Rio de Janeiro ohne Karneval, das war bereits im vergangenen Jahr ein
harter Schlag. Mit dem Fortschreiten der Impfkampagne wuchs der
Optimismus, für 2022 wurden die Umzüge der Sambaschulen im Sambodrom
wieder angesetzt. Doch nun kommt die Omikron-Variante dazwischen.

Rio de Janeiro (dpa) - Nach dem Straßenkarneval fallen in Rio de
Janeiro auch die Karnevalsumzüge im Februar und März erneut wegen der
Coronavirus-Pandemie aus. Letztere sollen stattdessen aber im April
stattfinden. Die Verwaltung der brasilianischen Metropole teilte am
Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter mit, die weltberühmten Umzüge im
Sambodrom würden wegen einer Zunahme der Covid-19-Fälle auf den
Feiertag Tiradentes verschoben - der Todestag des Freiheitskämpfers
aus dem 18. Jahrhundert ist am 21. April.

Auch Brasiliens bevölkerungsreichste Stadt São Paulo verschob ihre
Feierlichkeiten. Die Entscheidung fiel nach einer Besprechung der
Bürgermeister und Gesundheitssekretäre beider Städte sowie der
Präsidenten der Verbände der Sambaschulen. Nach einem Bericht der
Zeitung «Folha de S.Paulo» drückte Rios Gesundheitssekretär Daniel

Soranz die Hoffnung aus, dass bis April die durch Omikron verursachte
aktuelle Infektionswelle nachgelassen haben könnte.

Am Samstag registrierte Brasilien erneut etwas mehr als 200 000
Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - das war am vergangenen
Mittwoch erstmals in der Pandemie geschehen. Das größte und
bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas meldete bisher rund 623 000
Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung, mehr sind es nur in den
USA. Knapp 70 Prozent der gut 210 Millionen Brasilianer gelten als
doppelt geimpft. Rund 30 Millionen Booster wurden bislang
verabreicht.

Den Straßenkarneval in Rio hatte Bürgermeister Eduardo Paes Anfang
des Monats bereits zum zweiten Mal in Folge abgesagt. Die Pläne für
die Umzüge im Sambodrom im Februar und März, die im vergangenen Jahr
zuerst ebenfalls verschoben und dann abgesagt worden waren, blieben
zunächst weiter bestehen. Dort seien Kontrollen zum Infektionsschutz
einfacher umzusetzen, sagte Paes.

Eine komplette Absage würde nach dem Ausfall im vergangenen Jahr
erneut Millionen an Verlust bedeuten. Für gewöhnlich zieht der
Karneval jedes Jahr Millionen Touristen an den Zuckerhut. Dem Portal
«Carnavalesco» zufolge bringt das Spektakel der Stadt jedes Jahr
umgerechnet rund 620 Millionen Euro ein.