Höchststand bei neuen Corona-Fällen und Inzidenz in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt immer weiter in Brandenburg.
In vielen Landkreisen gelten nächtliche Ausgangsbeschränkungen,
andere nähern sich den kritischen Werten.

Potsdam (dpa/bb) - Die Corona-Werte klettern rasant in die Höhe: In
Brandenburg haben die Zahl neuer Corona-Fälle und die
Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb eines Tages Höchststände erreicht. Das
Robert Koch-Institut gab die Zahl neuer Infektionen am Freitag mit
6223 an, am Donnerstag waren 5540 gemeldet worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz schnellte innerhalb eines Tages auf 927,6 -
ein neuer Höchststand der Ansteckungen innerhalb einer Woche bei 100
000 Einwohnern. Am Donnerstag war ein Wert von 788,9 berechnet
worden. Brandenburg liegt damit weiter deutlich über dem
Bundesdurchschnitt von 706,3 neuen Ansteckungen, aber hinter Berlin
(1258,3). Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Montag mit
Kanzler Olaf Scholz (SPD) über weitere Maßnahmen in der Pandemie
beraten.

In Potsdam stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 1414,5. Im Landkreis
Teltow-Fläming erreichte sie 1263,2 und in Dahme-Spreewald 1126,3.
Einen Wert über 1000 haben bereits die Landkreise Uckermark,
Potsdam-Mittelmark, Oder-Spree, Märkisch-Oderland und
Dahme-Spreewald.

Derzeit liegen 419 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung im
Krankenhaus, davon 102 auf Intensivstationen. Der Anteil der
Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 3,32: Die Ampel zeigt
Gelb, nachdem der Schwellenwert 3 überschritten wurde. Gelb zeigt die
Ampel auch beim Anteil der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten
(13,4). Ab einem Wert über 30 wird mit Rot gewarnt.

Besonders hohe Sieben-Tage-Inzidenzen gibt es bei Kindern. Der
Landeselternrat warf dem Bildungsministerium vor, viel zu spät auf
die Omikron-Welle reagiert zu haben. Drei Tests pro Woche reichten
nicht aus, das zeigten die hohen Infektionszahlen, sagte Sprecher
René Mertens der Deutschen Presse-Agentur. «Die täglichen Tests, die

wir schon im November gefordert haben und die nach den Winterferien
kommen sollen, kommen zu spät. Wir laufen nur halbgeschützt in die
vierte Welle», warnte er. Das Bildungsministerium plant, dass
Schülerinnen und Schüler voraussichtlich ab Mitte Februar fünfmal pro

Woche getestet werden sollen, und verweist darauf, dass die Tests
zunächst geordert werden mussten.

Ab 7. Februar gilt zudem eine Testpflicht für Kinder im Alter von
einem Jahr bis zur Einschulung in Kindertagesstätten und
Kindertagespflegestellen. Die Träger sollen die Antigen-Schnelltests
den Eltern kostenlos zur Verfügung stellen.

Innerhalb einer Woche hat sich in Brandenburg die Zahl der
Schülerinnen und Schüler mit positivem Corona-Test mehr als
verdoppelt. In dieser Woche seien bis Donnerstag (20. Januar) 6969
Schüler positiv getestet worden, das entspreche einem Anteil von 2,3
Prozent, teilte das Bildungsministerium am Freitag in Potsdam mit. In
der Woche zuvor waren es noch 3289 Schülerinnen und Schüler mit einem
Positivtest (1,1 Prozent).

Das Land hat angekündigt, rund 550 000 FFP2-Masken an Menschen mit
geringem Einkommen sowie Obdachlose zu verteilen. Darauf haben sich
Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) und Finanzministerin
Katrin Lange (SPD) verständigt.

Hintergrund ist die Ausweitung der FFP2-Maskenpflicht mit der
geänderten SARS-Cov-2-Eindämmungsverordnung. So gilt seit 17. Januar
die FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr. Auch bei
Besuchen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern müssen sie
getragen werden. Die Masken aus der Landesreserve, die derzeit noch
vom Zentraldienst der Polizei des Landes Brandenburg verwaltet
werden, sollen über Tafeln, Mehrgenerationenhäuser und
Familienzentren die Betroffenen verteilt werden.