Gesundheitsministerium will Vertrag für Luca-App auslaufen lassen

Potsdam (dpa/bb) - Das Brandenburger Gesundheitsministerium (MSGIV)
will den Vertrag für die Nutzung der Luca-App nicht verlängern. Die
Gründe dafür seien Datenschutzprobleme und die Tatsache, dass nur
eines der 18 Gesundheitsämter laut einer Umfrage vom vergangenen Jahr
die App regelmäßig nutze, sagte Gesundheitsministerin Ursula
Nonnemacher (Grüne) am Freitag nach einer Kabinettssitzung auf
Nachfrage. «Von daher unsere Empfehlung aus dem MSGIV, den Vertrag zu
beenden», sagte Nonnemacher. Zuvor hatte die «B.Z.» darüber
berichtet.

Brandenburg hat rund eine Million Euro für die einjährige App-Nutzung
in 18 Gesundheitsämtern bereitgestellt, der Vertrag läuft bis Ende
März. Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Event-Veranstaltern
helfen, die in den meisten Bundesländern gesetzlich vorgeschriebene
Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu
erledigen. Sie kann direkt mit den Gesundheitsämtern verbunden
werden. Auch Impfnachweise können hinterlegt werden.

Schleswig-Holstein lässt die Lizenz nach Angaben des Landkreistages
auslaufen, weil die Corona-Landesverordnung keine Pflicht mehr zur
Erhebung der Kontaktdaten beinhaltet. Bremen will den Vertrag laut
Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) kündigen, weil der
Einsatz der Luca-App bei der Kontaktnachverfolgung keinen großen
Mehrwert gezeigt habe.