Verschnaufpause für Covid-Stationen - Mehr OPs am Klinikum Chemnitz

Chemnitz (dpa/sn) - Die gesunkene Zahl Corona-Infizierter hat dem
Klinikum Chemnitz und seinen Beschäftigten eine Verschnaufpause
verschafft. Doch wird davon ausgegangen, dass die Zahlen in wenigen
Wochen wieder steigen. Die «kurze Phase der Entspannung» werde
genutzt, um die Zahl der Operationen zu erhöhen, teilte der
kommissarische Ärztliche Direktor, Ralf Steinmeier, am Freitag mit.

Der OP-Betrieb liege bei etwa 65 Prozent des Normalgeschehens und
solle kommende Woche auf etwa 70 Prozent steigen. Zudem wolle das
Klinikum die Zeit nutzen, um sich für die erwartete neue
Infektionswelle im Zuge der Omikron-Variante des Coronavirus zu
wappnen. Die Zahl der Covid-Patienten auf den Normalstationen des
Krankenhauses war den Angaben zufolge bis Freitagvormittag auf unter
100 gesunken, auf den Intensivstationen auf 23.

Der Leiter der Klinik für Infektions- und Tropenmedizin, Thomas
Grünewald, sprach von einer «kleinen Atempause von vielleicht zwei
bis drei Wochen». Wegen der höheren Ansteckungsrate von Omikron wird
künftig wieder mit mehr Infizierten und Erkrankten gerechnet. Den
Kliniken drohten damit höhere Belastungen und mehr Ausfälle. Zwar sei
bei Omikron die Krankheitsschwere geringer, erläuterte Grünewald, der
auch Vorsitzender der Sächsischen Impfkommission ist. «Vor allem bei
Ungeimpften kann es dennoch zu schweren Krankheitsverläufen kommen.»
Er riet daher dringend zu einer Boosterimpfung.