Djokovic, Kimmich & Co: Impfskeptiker im Leistungssport Von Sophie Brössler, dpa

Um Tennisstar Novak Djokovic ist eine Debatte entbrannt. Auch andere
prominente Leistungssportler haben in der Vergangenheit bereits
öffentlich Impfzweifel geäußert - und damit Kontroversen ausgelöst.


Düsseldorf (dpa) - Tennis-Topstar Novak Djokovic kämpft nach der
Stornierung seines Einreise-Visums praktisch in letzter Minute gegen
seine Abschiebung aus Australien. Der wohl ungeimpften Serbe hat die
Impfdebatte im Sport neu befeuert. Leistungssportler haben für viele
Menschen eine große Vorbildfunktion und stehen mit Blick auf die
Corona-Pandemie besonders im Fokus. Die Entscheidungen von
prominenten Spitzensportlern über Impfungen gegen das Coronavirus
geraten daher schnell in den Mittelpunkt öffentlicher Debatten. Neben
Djokovic haben sich in den vergangenen Monaten weitere Sportler aus
unterschiedlichen Disziplinen skeptisch zu Corona-Impfungen geäußert
und damit für Kontroversen gesorgt.

Novak Djokovic: Der serbische Tennisstar Novak Djokovic kämpft nach
der Stornierung seines Einreise-Visums praktisch in letzter Minute
gegen seine Abschiebung aus Australien. Anwälte des
Weltranglisten-Ersten legten am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) vor
einem Gericht in Melbourne Rechtsmittel gegen den Visumsentzug ein,
wie das australische Nachrichtenportal «The Age» berichtete. Demnach
suchten sie noch Dokumente zusammen und sollten im Laufe des Tages
von Richter Anthony Kelly gehört werden. Djokovic war mit einer
höchst umstrittenen medizischen Ausnahmegenehmigung nach Australien
gereist und am späten Mittwochabend (Ortszeit) in Melbourne gelandet,
um dort an den Australian Open teilzunehmen. Das Turnier beginnt am
17. Januar. Die australische Grenzschutzbehörde verwehrte ihm aber
die reguläre Einreise - und ließ den 34-Jährigen stattdessen in ein
Hotel für Ausreisepflichtige bringen. Djokovic sollte noch am
Donnerstag die Heimreise antreten.

Joshua Kimmich: Um den Fußballprofi des FC Bayern entbrannte im
vergangenen Herbst eine öffentliche Diskussion. Der 26-Jährige
bestätigte im Oktober, dass er noch nicht geimpft wurde. Er hätte
«persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende
Langzeitstudien angeht». Einen Monat später gab der Verein bekannt,
dass Kimmich positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.
Aufgrund von Lungenproblemen musste der Spieler eine längere
Zwangspause einlegen. Im Dezember kündigte der Nationalspieler an,
sich impfen lassen zu wollen. «Generell war es für mich einfach
schwierig mit meinen Ängsten und Bedenken umzugehen, deshalb war ich
auch so lange unentschlossen», erklärt er im Interview mit dem ZDF.

Aaron Rodgers: Der US-Footballstar Aaron Rodgers hatte im vergangenen
August behauptet, immunisiert zu sein - obwohl er noch gar nicht
geimpft wurde. Der NFL-Quarterback der Green Bay Packers infizierte
sich mit dem Coronavirus. In einer Fernsehshow gestand der Sportler
später, noch keine Impfung erhalten zu haben. Aufgrund einer
angeblichen Allergie auf einen Wirkstoff in den mRNA-Impfstoffen der
Covid-Impfungen, will sich der 38-Jährige auch zukünftig nicht impfen
lassen. Rogders wirbt für alternative Heilmethoden. Kritik gab es
auch, weil die Liga die Verstöße des Topstars gegen das
Corona-Protokoll lange Zeit ungeahndet ließ.

Kyrie Irving: Als einer der wenigen ungeimpften NBA-Profis wurde
Kyrie Irving für den Saisonbeginn von den Brooklyn Nets
ausgeschlossen. Der millionenschwere Basketball-Star sollte
ursprünglich erst nach einer Impfung wieder spielen dürfen. Nun aber
die Wende: Der 29-Jährige hat wieder gespielt und beim
129:121-Auswärtssieg bei den Indiana Pacers 22 Punkte erzielt. «Es
hat sich unglaublich angefühlt», sagte der 29 Jahre alte
Aufbauspieler nach der Partie über seine Rückkehr. «Das betrachte ich

nicht als selbstverständlich.» An Heimspielen soll Irving jedoch
wegen der Corona-Regeln in New York noch nicht teilnehmen dürfen.

Franziska Gritsch: Die österreichische Skirennfahrerin Franziska
Gritsch teilte im November über Instagram mit, dass sie sich nicht
impfen lassen wolle. Damit entschied sie sich auch gegen eine
Teilnahme an dem Weltcup-Rennen, das Ende November in Killington in
den USA stattfand.