Mehrere britische Kliniken rufen wegen Omikron Katastrophenfall aus

London (dpa) - Mehrere britische Kliniken haben wegen eklatanter
Personalausfälle im Zusammenhang mit der Omikron-Variante den
Katastrophenfall ausgerufen. Mindestens acht Krankenhausstiftungen,
zu denen teilweise mehrere Kliniken gehören, haben sich angesichts
der heftigen Corona-Welle bereits zu diesem Schritt entschieden, wie
die BBC am Dienstag berichtete. Krankenhäuser rufen den
Katastrophenfall aus, wenn die Verantwortlichen der Ansicht sind,
dass sie notwendige Behandlungen nicht mehr gewährleisten können.

Der Chef der NHS Confederation, in der Organisationen des nationalen
Gesundheitsdienstes zusammengeschlossen sind, Matthew Taylor, schrieb
der BBC zufolge in einem Beitrag, «in vielen Teilen des
Gesundheitssystems sind wir aktuell im Krisenzustand». In einigen
Krankenhäusern würden Beschäftigte bereits gebeten, freie Tage
aufzugeben, damit der Betrieb aufrechterhalten werden könne.

Premierminister Boris Johnson gestand ein, dass der Druck auf das
Gesundheitssystem voraussichtlich noch mehrere Wochen anhalten wird.
Bislang wehrt sich die britische Regierung jedoch trotz
Rekord-Neuinfektionszahlen, schärfere Maßnahmen einzuführen.
Gesundheitsminister Sajid Javid sagte, militärische Kräfte sowie
Freiwillige und Beschäftigte im Ruhestand würden den belasteten
Gesundheitsdienst unterstützen.

Am Montag wurden allein in England und Schottland fast 160 000
Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, wegen der Feiertage sind
die Zahlen allerdings lückenhaft und die Dunkelziffer dürfte hoch
sein. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 1526 (Stand: 29.
Dezember).

Zum Schulstart in England rechnen Schulleiter mit massiven
Personalausfällen. Auch in anderen Bereichen hinterlässt die hohe
Zahl der Ansteckungen bereits Spuren: So ist der Rail Delivery Group
zufolge einer von zehn Beschäftigten im Zugverkehr aktuell krank
gemeldet.