Tausende bei Corona-Protest in Amsterdam - Polizei löst Demo auf

Tausende Menschen beteiligen sich an einer verbotenen Kundgebung in
Amsterdam. Es kommt auch zu Auseinandersetzungen.

Amsterdam (dpa) - Rund 10 000 Menschen haben am Sonntag in Amsterdam
gegen die Corona-Politik der niederländischen Regierung protestiert.
Die Polizei löste eine verbotene Kundgebung auf. Nach Medienberichten
kam es zu einigen gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen
Demonstranten und der Polizei. Mehrere Menschen seien verletzt
worden, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender NOS. Zur genauen
Zahl gab es zunächst keine Informationen. Am Abend beruhigte sich die
Lage nach Behördenangaben.

Die Niederlande befinden sich wegen der raschen Verbreitung der hoch
ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus in einem harten
Lockdown, der noch bis mindestens Mitte Januar dauern soll.

Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Polizisten mit Schlagstöcken
gegen eine Gruppe von Frauen und Männern vorgingen. Mehrere Menschen
wurden festgenommen, die sich geweigert haben sollen, Anweisungen der
Polizei zu befolgen.

Die Auseinandersetzungen begannen am Nachmittag auf dem zentralen
Platz vor dem Rijksmuseum, wo sich nach Angaben der Stadtverwaltung
nahezu 10 000 Menschen an einer verbotenen Kundgebung beteiligten.
Eine Gruppe von ganz in Weiß gekleideten Personen skandierte den
Slogan «Dies ist hier keine Diktatur». Amsterdams Bürgermeisterin
Femke Halsema von der Partei GroenLinks (GrünLinks) ordnete die
Räumung des von Hundertschaften der Bereitschaftspolizei umstellten
Areals an.

Wie die Nachrichtenagentur ANP berichtete, zogen die meisten
Demonstranten daraufhin durch Teile der Innenstadt zu dem weiter
entfernten Westerpark-Viertel. Dort nahmen viele von ihnen an einer
genehmigten Kundgebung der rechtspopulistischen Partei Forum für
Demokratie teil. Später zogen mehrere Hundert Menschen zurück zum
Museumsplatz. Den Angaben zufolge verließen sie ihn friedlich nach
ihrer Zusammenkunft, die die Organisatoren als gemeinsames
«Kaffeetrinken» bezeichneten.