Frankreich lockert Quarantäne-Regeln für Infizierte und Kontaktfälle

Paris (dpa) - Ungeachtet einer Rekordzahl von Corona-Neuinfektionen
verkürzt Frankreich seine Quarantäne-Fristen. Vollständig Geimpfte
müssten im Fall einer Infektion von Montag an nur noch sieben Tage in
Quarantäne, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran in der
Sonntagszeitung «Le Journal du Dimanche» an. Die Quarantäne kann mit

einem negativen Schnelltest oder PCR-Test auf fünf Tage verkürzt
werden. Für nicht oder nicht vollständig Geimpfte bleibt es bei einer
Quarantäne von zehn Tagen, die mit einem negativen Test auf sieben
Tage verkürzt werden kann.

Kontaktpersonen, die nicht oder nicht vollständig geimpft sind,
müssen weiterhin sieben Tage in Quarantäne. Vollständig geimpfte
Kontaktpersonen müssen hingegen in Frankreich ab Montag nicht mehr in
Quarantäne, vorausgesetzt sie testen sich binnen sechs Tagen jeweils
jeden zweiten Tag. Die entsprechenden Tests gibt es gratis in der
Apotheke.

Die Lockerung der Quarantäne-Regeln solle eine Destabilisierung des
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens verhindern, betonte
Véran. Denn wenn sich ganz Frankreich in Quarantäne befinde, komme
das Land zum Stillstand. Alleine am Samstag gab es über 219 000
registrierte Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, das heißt die
Zahl der registrierten Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner binnen
einer Woche, lag zuletzt bei 1456.

Um in Frankreich als vollständig geimpft zu gelten, müssen Menschen
nach ihrer Immunisierung spätestens sieben Monate danach ihre
Auffrischimpfung erhalten haben. Diese Frist wird ab dem 15. Februar
auf vier Monate verkürzt, kündigte der Gesundheitsminister an.

Der vollständige Impfstatus soll vom 15. Januar auch zur
Voraussetzung für den digitalen Corona-Pass werden. Dieser
2G-Nachweis ist Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen, Cafés und
Restaurants und wird für Fernreisen per Zug oder Flugzeug benötigt.