Zwei Schwerverletzte an Silvester in Hamburg - Mann stirbt bei Brand

Die Silvesternacht in Hamburg verlief aufgrund von Corona deutlich
ruhiger als sonst. Zwei Menschen wurden beim Böllern schwer verletzt.
Ein Mann starb auf einem brennenden Kajütboot. Ein Stromausfall
sorgte für einen Großeinsatz von Rettungskräften.

Hamburg (dpa/lno) - Tragische Ereignisse haben die Silvesternacht in
Hamburg überschattet. In einem Jachthafen in Billstedt bargen
Rettungskräfte nach dem Brand eines Kajütbootes einen toten Mann aus
den Überresten, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Neujahrstag
berichtete. Ein zweiter Mann sei mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins
Krankenhaus gebracht worden. Die Brandursache war zunächst unklar.

Zwei Menschen wurden beim Abbrennen von Feuerwerk in Hamburg schwer
verletzt. In Bramfeld explodierte ein Böller in einer
selbstgebastelten Abschussvorrichtung und verletzte einen 50-jährigen
Mann schwer im Gesicht, wie ein Sprecher der Polizei am
Neujahrsmorgen sagte. Er schwebe in Lebensgefahr. In Bahrenfeld
musste demnach einem Mann nach einem Unfall beim Zünden von Böllern
ein Teil der rechten Hand amputiert werden.

Insgesamt verlief die Silvesternacht den Angaben zufolge
vergleichsweise ruhig. Hamburg feierte den Jahreswechsel mit
verhaltenem Feuerwerk und dem Klang von Schiffshörnern. Die Feuerwehr
rückte nach Worten des Sprechers zu 580 Einsätzen aus. Vor der
Corona-Pandemie, beim Jahreswechsel 2019/20, seien es mehr als 1200
gewesen.

Ein Stromausfall in Teilen Hamburgs kurz nach 5.00 Uhr am
Neujahrsmorgen löste einen Großeinsatz von rund 150 Rettungskräften
aus, wie der Feuerwehrsprecher weiter berichtete. In dem betroffenen
Gebiet befinde sich eine Pflegeeinrichtung für beatmete Patienten,
sagte er. Die Retter bereiteten sich auf eine Verlegung der elf
Patienten für den Fall vor, dass die Beatmungsgeräte ausfallen
sollten. Dies sei aber schließlich nicht nötig geworden.

Nach Angaben von Stromnetz Hamburg lief die Versorgung nach 74
Minuten wieder. Einer Sprecherin zufolge waren von dem Stromausfall
166 Gewerbe- und 2038 Haushaltskunden in den Stadtteilen Borgfelde,
Hohenfelde und St. Georg betroffen. Ursache sei ein Kabel- oder
Muffenfehler gewesen.

Trotz der verhängten Ansammlungsverbote waren laut Polizei Tausende
Menschen in der Hamburger Innenstadt unterwegs - in St. Pauli rund 10
000, rund um die Binnenalster 2500 und an den Landungsbrücken etwa
2000. «Das haben wir jedes Wochenende», sagte ein Sprecher. Es habe
«immer mal wieder» Ansammlungen von Personen gegeben. Die Polizei
habe die Menschen dann angesprochen und auch einige Platzverweise
erteilt.

Auf St. Pauli sei eine Bar nach Verstößen gegen die
Corona-Vorschriften geschlossen worden. Von den Landungsbrücken habe
sich die Polizei jedoch schon eine halbe Stunde nach Mitternacht
zurückgezogen, weil nichts mehr losgewesen sei.

Vor zwei Jahren hatten in der Hansestadt noch Zehntausende Menschen
gemeinsam den Rutsch ins neue Jahr gefeiert. Aber bereits 2020 hatten
die Feiern zu Silvester unter Corona-Bedingungen stattgefunden. Und
auch diesmal war neben dem Verkauf auch das Abbrennen von Raketen und
Böllern in der Öffentlichkeit verboten - um die Krankenhäuser in der

Pandemie nicht weiter zu belasten. In der Silvesternacht galt in
Hamburg zudem ein Ansammlungsverbot. Bis zum Neujahrsmorgen durften
sich nicht mehr als zehn Menschen im öffentlichen Raum treffen oder
zusammenstehen.

Zugleich galten die vor Weihnachten verschärften Corona-Maßnahmen:
Geimpfte und Genesene mussten ihre privaten Treffen auf maximal zehn
Personen begrenzen. Menschen ohne Corona-Impfschutz durften sich
hingegen nur mit den Mitgliedern des eigenen Haushalts und höchstens
zwei Mitgliedern eines weiteren Haushalts treffen. Restaurants, Bars
und Kneipen durften bis 01.00 Uhr am Neujahrsmorgen geöffnet bleiben.

Die Polizei hatte zuvor angekündigt, die Corona-Regeln mit einem
Großaufgebot zu kontrollieren. Neben der Polizei waren auch Feuerwehr
und Rettungsdienst personell aufgestockt worden: Zum Jahreswechsel
arbeiten auch mehr Menschen in der Rettungsleitstelle. Außerdem waren
zusätzliche Löschfahrzeuge, Drehleitern, Rettungswagen und Notärzte
im Einsatz.

Am frühen Morgen des 1. Januar begann dann das große Aufräumen in
Hamburg. Für die Mitarbeiter der Stadtreinigung begann die Arbeit um
5.00 Uhr. Durch das Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper und wegen der
geltenden Kontaktbeschränkungen mussten sie deutlich weniger Müll
wegräumen als bei den Jahreswechseln vor Corona, wie die Pressestelle
mitteilte. «Die Reinigungskolonnen konnten bereits im Laufe des
Vormittags ihre Touren erfolgreich beenden.»