DOSB-Wahlen: Keine Kampfabstimmung über Hörmann-Nachfolge gewünscht

21.09.2021 12:59

Frankfurt/Main (dpa) - Die neue Führungskraft des Deutschen
Olympischen Sportbundes soll auf der Mitgliederversammlung am 4.
Dezember möglichst nicht in einer Kampfabstimmung gewählt werden.
Diesen Wunsch bekräftigten die Vertreter der Spitzensportverbände,
Landessportbünde und Verbände mit besonderen Aufgaben am Dienstag.
Ziel sei es, eine Persönlichkeit zu finden, die von allen
Interessengruppen des Sports getragen werde.

Die Auswahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin von
DOSB-Präsident Alfons Hörmann, der nach heftiger Kritik vorzeitig aus
dem Amt scheidet, obliegt einer Findungskommission unter der Leitung
des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Nach Angaben von
Jörg Ammon, Sprecher der Landessportbünde, sei aber nicht
ausgeschlossen, dass es auch zwei oder drei Kandidaten
beziehungsweise Kandidatinnen geben könne.

Die künftige DOSB-Spitze - insgesamt sind sechs Plätze im Präsidium
neu zu besetzen - wird zunächst nur für ein Jahr gewählt. Das
Ressortprinzip im Führungsgremium soll künftig abgeschafft werden, um
besser und schneller auf Herausforderungen reagieren zu können. Dazu
bedarf es einer Satzungsänderung. Ende kommenden Jahres steht dann
die turnusmäßige Mitgliederversammlung mit der Wahl des Präsidiums
bis 2026 an.

Neben personellen Veränderungen an der Spitze genieße die Lösung von

inhaltlichen und strukturellen Problemen oberste Priorität. Dazu
wurde ein Zwölf-Punkte-Plan erarbeitet, der am vergangenen Wochenende
intensiv mit dem Vorstand und Präsidium des DOSB erörtert wurde und
nun mit den Mitgliedsorganisationen und Verbändegruppen diskutiert
werden soll.

Bis Ende Oktober sollen die inhaltlichen Vorschläge festgezurrt und
dann auf der Mitgliederversammlung als Anträge eingebracht werden.
Dazu gehören Themen wie der Schutz vor Gewalt im Sport, der Kinder-,
Jugend- und Schulsport, die Sichtung und Entwicklung von Talenten
sowie der Anti-Doping-Kampf. Alle Beteiligten seien sich darin einig,
dass von der Mitgliederversammlung «ein Zeichen des Aufbruchs»
ausgehen müsse.