Sachsen plant 2G-Corona-Modell - Gemischte Reaktion bei Gastwirten

21.09.2021 04:30

Der Zutritt nur für Geimpfte und Genesene des Coronavirus: Etwa in
Restaurants und in Kultureinrichtungen soll das Modell angewendet
werden können. Dafür fallen Auflagen weg. Die Reaktionen fallen
unterschiedlich aus.

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Regierung will am Dienstag eine neue
Corona-Schutzverordnung verabschieden. Im Mittelpunkt soll ein
2G-System als Optionsmodell stehen - die Eckpunkte wurden bereits
vorgestellt. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen (2G)
Zutritt zu gewähren, wird unter anderem für Innengastronomie,
Veranstaltungen in Innenräumen, Events bis zu 5000 Personen,
Hallenbäder und Saunen sowie Diskotheken und Clubs diskutiert.
Veranstalter sollen freiwillig über dieses Optionsmodell entscheiden
können. Im Gegenzug soll die Möglichkeit bestehen, Beschränkungen wie

die Maskenpflicht und das Abstandsgebot aufzuheben. Allerdings muss
eine Einlasskontrolle erfolgen.

Für den Einzelhandel soll es jedoch bei den bisherigen Regeln wie
Hygienekonzept und der Maskenpflicht bleiben. Im Vorfeld wurde über
dieses Modell kontrovers diskutiert, zudem liefen verschiedene
Anhörungsverfahren. Unklar ist bisher etwa, ob Kinder bis zum Alter
von zwölf Jahren und Menschen, die sich nicht impfen lassen können,
beim Besuch entsprechender Einrichtungen auch einen Test benötigen.

Bei den Gastwirten stoßen die Pläne auf gemischte Reaktionen. «Es
wird sehr unterschiedlich diskutiert», sagte der Hauptgeschäftsführer

des sächsische Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Axel Klein,
der Deutschen Presse-Agentur. Für Diskotheken, Tagungen oder
Messeveranstalter etwa hält er das Optionsmodell durchaus für
umsetzbar. «Das muss jeder für sich selbst entscheiden.»

Bei etwa 40 Prozent der Dehoga-Mitglieder stoße das Modell auf
Ablehnung, die anderen zögen es in Erwägung, erläuterte Klein das
Stimmungsbild der Branche. Eine Befürchtung hat er allerdings: Wenn
sich der Gastronom dafür entscheide, nur noch Geimpfte und Genesene
einzulassen, müsse er mit Kritik der Besucher rechnen. «Jetzt haben
wir den Schwarzen Peter.»

Klein verwies auf andere Bundesländer oder Länder, in denen die
2G-Regel bereits angewendet werde. Das zeige, dass auch die
Kontrollen funktionierten. Allerdings sei das Personal in der
Pandemie ohnehin vielerorts knapp. Müsse nun zusätzlich jemand für
die Kontrollen abgestellt werden, sei das zusätzlicher Aufwand.
«Alles, was wir mehr machen müssen, tut weh.» Um wieder mehr
Normalität zu erreichen, forderte der Verband auch eine Neubewertung
der Inzidenz-Schwellen. So müsse etwa die 35er-Grenze «dringend
angepasst» werden, so Klein. Angesichts der Impfquote habe der
Inzidenz-Wert nicht mehr die Relevanz wie noch vor einem Jahr.