Studie: Spinnenangst kann mit dem Handy bekämpft werden

20.09.2021 12:27

Basel (dpa) - Angst vor Spinnen macht vielen Leuten das Leben schwer
- nun könnte das Handy Abhilfe schaffen. Forschende der Universität
Basel haben eine Smartphone-App entwickelt, die Betroffenen
spielerisch die Angst vor den Krabbeltieren nehmen kann. Nach
zweiwöchigem Einsatz der App konnten sich Menschen mit Spinnenangst
oder -ekel einer echten Spinne im Glaskasten besser nähern als
Betroffene, die die App nicht genutzt hatten, wie das Team aus Basel
in der Fachzeitschrift «Journal of Anxiety Disorders» berichtet.

Phobien aller Art betreffen zwischen drei und 15 Prozent der Menschen
im Laufe ihres Lebens, heißt es in der Studie. Ausgeprägte
Spinnenangst wird Arachnophobie genannt. Menschen, die davon
betroffen sind, müssen sich in ihrem Alltag zum Teil sehr
einschränken: einige meiden es etwa, sich im Freien aufzuhalten,
andere suchen jeden Raum akribisch nach den Krabbeltieren ab oder
gehen niemals in Keller und auf Dachböden. Viele Leute suchten sich
aus Scham keine professionelle Hilfe, heißt es in der Studie. Die
Smartphone-App «Phobys» sei bei leichten Formen der Spinnenangst im
Alleingang diskret zu Hause anzuwenden.

Die App zeigt virtuelle Spinnen. Sie können erst aus der Ferne, dann
von Näherem betrachtet werden, schließlich bewegen sie sich. Wenn man
die Handykamera auf die eigene Hand richtet, lässt sich mit der App
eine sehr echt aussehende digitale Spinne auf den Handrücken setzen.
«Für Menschen, die Angst vor Spinnen haben, ist es leichter, sich
einer virtuellen Spinne auszusetzen als einer echten», sagte eine der
Autorinnen, Anja Zimmer. Die Entwickler haben die App wie ein
Handyspiel aufgebaut. Über mehrere Stufen werden die Übungen immer
schwieriger. Am Ende krabbeln viele virtuelle Spinnen herum.

An der Studie waren 66 Menschen mit Spinnenangst beteiligt. Die
Hälfte absolvierte über zwei Wochen sechs halbstündige
Trainingseinheiten. Detaillierte Befragungen brachten zutage, dass
der Einsatz der App die Angst vor Spinnen deutlich reduziert hatte.