Verdi: Streik bei Vivantes-Töchtern wird wieder aufgenommen

19.09.2021 09:03

Berlin (dpa/bb) - Im Tarifstreit zwischen den Tochtergesellschaften
des landeseigenen Klinikkonzerns Vivantes und der Gewerkschaft Verdi
ist es am Samstag zu keiner Annäherung gekommen. Die Gespräche sollen
kommende Woche fortgesetzt werden, allerdings werde der Streik
parallel dazu wieder aufgenommen, sagte Verdi-Sprecher Ivo Garbe am
Samstagabend. Für das Wochenende war der Ausstand bei den
Vivantes-Töchtern, zu denen unter anderem medizinische
Versorgungszentren, Wäscherei und Speiseversorgung gehören,
ausgesetzt worden.

Verdi möchte für die Beschäftigten der Konzern-Töchter eine Anwendu
ng
des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) erreichen. Noch

liegen die Entgelte darunter. Nach sieben Monaten habe der Konzern
aber kein konkretes Angebot vorgelegt, auch nicht für einen
Stufenplan, sagte Garbe.

Vivantes wiederum sprach von einem verbesserten Tarifangebot. Es
enthalte wesentliche Aspekte des Modells, das für die Charité-Tochter
CFM bereits in einer Schlichtung erzielt worden sei. Ein Bestandteil
sei auch eine Perspektive zur Tarifangleichung, hieß es.

Die Arbeitgeberseite appellierte an Verdi, auch für die
Vivantes-Töchter eine Schlichtung zu ermöglichen. Die Verhandlungen
beträfen rund 1250 Beschäftigte. Die Mehrkosten für die Einführung

des TVöD in den Tochtergesellschaften liege bei dauerhaft 35
Millionen Euro pro Jahr. Verdi lehne eine Schlichtung zum jetzigen
Zeitpunkt ab, sagte Garbe.

Nicht unterbrochen wurde der Streik unterdessen an den
Vivantes-Mutterhäusern, zu denen neun Berliner Kliniken gehören, und
an der landeseigenen Uni-Klinik Charité. Krankenhausmitarbeiter sind
in allen landeseigenen Häusern am 7. September in einem unbefristeten
Streik getreten. Sie setzen sich für einen Entlastungstarifvertrag
ein, der unter anderem die Personaldichte auf den Stationen erhöhen
soll. Die Charité ist Deutschlands größte Uniklinik. Dort wurden
wegen des Streiks unter anderem planbare Operationen verschoben. Eine
Notfallversorgung ist gesichert.