Neue Pooltests starten nicht überall in Bayern zum Wochenanfang

17.09.2021 15:41

Augsburg (dpa/lby) - Die Umstellung der Coronatests in den
bayerischen Grund- und Förderschulen wird noch nicht zu Beginn der
kommenden Woche überall möglich sein. Wie ein Sprecher des
Kultusministeriums in München am Freitag sagte, könne es aus
unterschiedlichen Gründen zu Verzögerungen kommen. Nach Recherchen
der Deutschen Presse-Agentur werden nicht alle Schulen am Montag mit
den sogenannten Lollitests beginnen.

Das Ministerium hatte angekündigt, dass diese Tests «ab dem 20.
September an Grund- und Förderschulen für noch mehr Sicherheit
sorgen» würden. Der bayernweite Projektstart für die neuen Pooltests

bleibe wie geplant nächste Woche, sagte der Sprecher - ergänzte aber:
«Das bedeutet auch, dass es nicht ab Montag mit der neuen Testung
losgehen muss.»

Es könne sein, dass Einverständniserklärungen der Eltern fehlten,
Lieferschwierigkeiten auftreten oder noch nicht alle Daten im System
eingegeben werden konnten, nannte er Beispiele für Verzögerungen. In
diesen Fällen würden noch für eine kurze Übergangszeit die bisherig
en
Selbsttests weiter verwendet.

Bei den neuen PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden und die als
genauer gelten als die bisherigen Schnelltests, sollen die Kinder an
zwei Tupfern lutschen. Zunächst werden dann die Proben von allen in
einem größeren Röhrchen gesammelt - also als Pool - untersucht.
Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die
zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert.

Lehrerverbände hatten das Projekt in dieser Woche kritisiert, weil es
zu kurzfristig von den Schulen eingeführt werden müsse. «Das
Schuljahr beginnt, wie das alte geendet hat: Hektik, Stress und
großer Druck», sagte die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und
Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann.

Erst wenige Tage vor Beginn des Schuljahrs habe das Ministerium über
die neuen Pooltests die Lehrer informiert, bemängelte auch die
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit einem
unrealistischen Zeitplan habe sich erneut gezeigt, «wie weit entfernt
das Kultusministerium von der schulischen Realität ist».