Erleichterte Krankenhaus-Begleitung für Menschen mit Behinderung

17.09.2021 11:29

Wer ins Krankenhaus muss, bekommt es oft mit Ängsten zu tun. Für
Menschen mit Behinderung ist die Belastung oft besonders groß. Nun
sollen sie besser unterstützt werden können.

Berlin (dpa) - Menschen mit Behinderung können bei einem
Krankenhausaufenthalt künftig leichter von Angehörigen und anderen
Vertrauenspersonen begleitet werden. Vertraute Begleitpersonen
erhalten künftig unter bestimmten Voraussetzungen ihren
Verdienstausfall erstattet. Eine entsprechende Neuregelung passierte
am Freitag in Berlin den Bundesrat. Sie war von den Fachverbänden für
Menschen mit Behinderung seit Langem gefordert worden. Der
Bundesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen,
Jürgen Dusel, sagte: «Ich bin sehr froh, dass nun endlich eine
Regelung gefunden wurde.»

Künftig zahlt die Krankenkasse, wenn Angehörige oder Personen aus dem
engsten persönlichen Umfeld Patientinnen und Patienten mit
Behinderung begleiten. Dusel, der eine entsprechende Verbesserung
seit Längerem gefordert hatte, sagte, ein Krankenhausaufenthalt sei
für alle belastend. «Für Menschen mit schwersten oder
Mehrfachbehinderungen und ihre Angehörigen kann er zu einer
traumatisierenden Erfahrung werden.»

Bereits die Fachverbände hatten erläutert, dass Menschen mit
Beeinträchtigung, die sich beispielsweise nicht mit Worten
verständigen können oder auf Veränderungen mit Ängsten reagieren,
eine vertraute Begleitperson bräuchten. Dusel sagte: «Dann ist
dringend eine vertraute Bezugsperson für die Dauer der Behandlung
nötig.» Diese kann Sicherheit geben und bei der Kommunikation mit dem
Klinikpersonal helfen.

Bei Begleitung durch vertraute Mitarbeiter der Eingliederungshilfe
werden die Personalkosten von den für diese Leistung zuständigen
Trägern übernommen. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass die zu
begleitende Person grundsätzlich Anspruch auf Leistungen der
Eingliederungshilfe hat. Die pflegerische Leistung bleibt weiterhin
Aufgabe des Krankenhauspersonals.

Ferner forderte der Bundesrat die kommende Bundesregierung zu
weiteren Verbesserungen für die Begleitung von Menschen mit
Behinderungen auf.