Freiwillige Impfungen an Schulen - Drohungen gegen Schulleiter

10.09.2021 11:52

Chemnitz/Dresden (dpa) - Vor den geplanten freiwilligen Impfangeboten
an Sachsens Schulen sehen sich Schulleiter und Lehrer mit Drohungen
konfrontiert. Das sei punktuell aus mehreren Regionen Sachsens
gemeldet worden, sagte der Sprecher des Landesamtes für Schule und
Bildung, Roman Schulz, am Freitag. Solche Schreiben würden teils
sogar an deren Privatadressen geschickt. «Das ist absolut
inakzeptabel.» Zuvor hatte die «Freie Presse» berichtet, dass
Impfgegner Schulleiter mit Strafanzeigen wegen Körperverletzungen
gedroht und Kundgebungen vor Schulen angekündigt hätten.

«Es ist sehr bedauerlich und erschreckend zugleich, dass Menschen,
die sich freiwillig entschieden haben, ein Impfangebot wahrzunehmen,
dafür drangsaliert werden», sagte der Sprecher des
Kultusministeriums, Dirk Reelfs. Seit Schulbeginn sei die
Impfbereitschaft zunächst anonym abgefragt worden. Die Rückmeldungen
der Schulen lägen noch nicht vollumfassend vor, so dass noch keine
Gesamtzahl der Impfwilligen Schüler genannt werden könne, erklärte
Reelfs. Er bekräftigte jedoch, dass die Impfungen in der kommenden
Woche beginnen werden.

Das Angebot richtet sich an Mädchen und Jungen ab zwölf Jahren. Sie
werden für die Impfung vom Unterricht freigestellt. Vor allem in den
ländlichen Regionen ist der Einsatz von mobilen Impfteams des
Deutschen Roten Kreuzes an ausgewählten Stützpunktschulen geplant.
Melden sich an einer Schule etwa 80 Impfwillige, sind bei
entsprechenden Kapazitäten der mobilen Impfteams auch Impfungen an
der jeweiligen Schule möglich.