Leipziger Langzeitstudie zur Kindergesundheit soll weitergehen

10.09.2021 06:00

Seit zehn Jahren erforschen Leipziger Mediziner in einer
Langzeitstudie die Kindergesundheit. Auch nach dem runden Geburtstag
der «LIFE Child»-Studie soll es weitergehen.

Leipzig (dpa/sn) - Die großangelegte «LIFE Child»-Studie der
Leipziger Universitätsmedizin zur Kindergesundheit soll auch in den
nächsten Jahren weitergehen. Er gehe fest davon aus, dass die
Finanzierung für die nächsten beiden Jahre gesichert sei, sagte
Studienleiter Professor Wieland Kiess. Der Kinderarzt und sein Team
untersuchen seit zehn Jahren die verschiedensten Aspekte zur
Gesundheit von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen.

Das Generalthema der Langzeitstudie sei die Frage, inwiefern eine
sich ändernde Umwelt zu einer sich ändernden Kindergesundheit führt,

sagte Kiess. Das splitte sich auf in viele Einzelthemen - von
Adipositas über Allergien bis hin zu Kurzsichtigkeit und
Knochengesundheit oder Depressionen. Mehr als 5000 Kinder und rund
1100 Schwangere seien bislang untersucht worden. Diese «Kohorte» sei
europaweit einzigartig.

«Die wichtigste Erkenntnis ist, dass man aus einer solchen
Langzeitstudie handlungsrelevante Dinge ableiten kann», sagte Kiess.
Zum Beispiel hätten die Forscher herausgefunden, dass sich Adipositas
schon im Alter zwischen zwei und sechs Jahren verfestige. «Wenn ein
Kind in dieser Zeit dick ist, dann bleibt es dick.» Daraus folge,
dass man sich sehr früh schon um die Kinder kümmern müsse.

In den vergangenen Jahren seien zu den Forschungsthemen von «LIFE
Child» rund 100 Dissertationen abgeschlossen worden und etwa 200
wissenschaftliche Publikationen erschienen. Die
Kindergesundheitsstudie ist Bestandteil des Leipziger
Forschungszentrums für Zivilisationskrankheiten.

«LIFE Child» wird seit zehn Jahren vom Freistaat Sachsen gefördert.
Vom Land komme rund die Hälfte der benötigten 2,4 Millionen Euro. Der
Rest stamme in unterschiedlichen Anteilen von der EU, der Deutschen
Forschungsgemeinschaft oder aus der Industrie, mit der Kooperationen
eingegangen werden.