Verband fordert sofortige Impfungen für Feuerwehrleute

08.04.2021 19:50

Feuerwehrleute gehören bei den Corona-Impfungen erst zur dritten
Priorisierungsgruppe. Das stößt bei ihnen auf Kritik, sie verweisen
auf ein hohes gesundheitliches Risiko bei ihren Einsätzen.

Kassel/Wiesbaden (dpa/lhe) - Der Landesfeuerwehrverband in Hessen hat
eine sofortige Impfmöglichkeit für seine Einsatzkräfte
gefordert. «Sie setzen sich einem hohen gesundheitlichen Risiko bei
direkten Kontakten beispielsweise bei Unfällen, Hilfestellungen für
den Rettungsdienst oder Türöffnungen aus», teilte der Verband in
Kassel mit. Mitarbeiter des Rettungsdiensts, die an denselben
Einsatzstellen tätig seien, seien bereits geimpft worden.

Nach Auskunft des Innenministeriums in Wiesbaden gehören
Feuerwehrleute zur dritten Priorisierungsgruppe. Ihnen würden nun 600
000 Antigen-Schnelltests zur Verfügung gestellt, damit etwa
Übungen «noch sicherer durchgeführt werden können», wie es in d
er
Mitteilung heißt. 

Laut Feuerwehrverband haben die freiwilligen Feuerwehren in ihrer
Ausbildung pandemiebedingt viel auf Onlinekurse gesetzt. «Die
praktischen Einsatzübungen haben gelitten, da gibt es Nachholbedarf»,
sagte der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands Hessen in
Kassel, Harald Popp, am Donnerstag. «Wenn eine Feuerwehr zum Beispiel
eine neue Drehleiter bekommt, kann man zwar viel in der Theorie
lernen, aber man muss sie in der Praxis ausprobieren.» Im vergangenen
Frühjahr seien die Einsatzübungen zunächst eingestellt worden,
derzeit werde in sehr kleinen Gruppen unter Einhaltung der
Hygienevorschriften geübt.

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im hessischen Landtag, Nancy Faeser,
hatte moniert, es gebe derzeit einen «faktischen Ausbildungsstopp für

die freiwilligen Feuerwehren in Hessen». Mit Hinweis auf die
Corona-Pandemie fänden an der Landesfeuerwehrschule seit einem halben
Jahr praktisch keine Lehrveranstaltungen für die Mitglieder der
freiwilligen Feuerwehren mehr statt. Laut Verbandsgeschäftsführer
Popp kann jedoch nicht pauschal von einem «Ausbildungsstopp»
gesprochen werden. «Es ist einfach weniger geworden», sagte er. In
den 2600 freiwilligen Feuerwehren in Hessen sind laut Verband 72 000
Männer und Frauen als Einsatzkräfte tätig.