70 plus sollen bald geimpft sein - Registrierung für Ü-60 möglich

07.04.2021 18:29

Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung gegen Corona ist hoch.
Menschen über 60 können sich jetzt auch im Impfpool anmelden. Und die
Hausärzte machen mit - es mangelt aber weiter an Impfstoff.

Mainz (dpa/lrs) - Die Corona-Schutzimpfungen für die 70- bis
79-Jährigen in Rheinland-Pfalz sollen bis spätestens Mitte Mai
abgeschlossen sein. Eine ausgefallene Impfstoff-Lieferung und
Umstellungen von Zehntausenden Terminen wegen der neuen Regelungen
für Astrazeneca verlangsamten erneut das Tempo, sagte
Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in Mainz.

Menschen zwischen 60 und 69 Jahren können sich seit Mittwoch im
Terminpool für die 32 Impfzentren registrieren lassen. Sie sind als
Gruppe mit der dritthöchsten Priorität aber erst nach den 70 bis
79-Jährigen an der Reihe. Regional etwas unterschiedlich soll es ab
Ende April bis Mitte Mai für die rund 550 000 Menschen im Alter ab 60
in den Impfzentren losgehen. Auf den Wartelisten im Impfpool stünden
noch 721 Menschen über 80 Jahre. Dazu kämen noch etwa 200 000 aus der
Gruppe zwei im Alter von 70 bis 79.

Die Hausärzte impfen seit Mittwoch ebenfalls mit. Der Beginn sei
wegen Impfstoffmangels allerdings sehr langsam, hatte die
Landesvorsitzende des Hausärzteverbands, Barbara Römer, am Dienstag
gesagt. Der Bund habe wöchentlich rund 110 000 Impfdosen für die
Impfzentren zugesagt, wie viel er darüber hinaus direkt an die
Hausärzte liefere, erfahre das Land nicht, sagte die Ministerin.

Rund 200 000 Rheinland-Pfälzer und damit etwa fünf Prozent der
Bevölkerung haben inzwischen den vollen Impfschutz gegen Corona. Dazu
kämen noch einmal 560 000, die die erste Impfung erhalten hätten,
insgesamt 13 Prozent der Bevölkerung, sagte die Ministerin.

Etwa 10 000 fest zugesagte Dosen des Vakzins von Biontech/Pfizer
seien am Dienstag nicht geliefert worden, sagte Landesimpfkoordinator
und Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm (SPD). Die Gründe
dafür seien unklar. Zur Sicherheit werde daher in Rheinland-Pfalz
immer ein «kleiner Puffer» Impfstoff zurückgehalten, grundsätzlich

aber alles schnell verbraucht. Von der Gesamtmenge des
Biontech-Impfstoffs etwa seien bislang mehr als 94 Prozent geimpft
worden.

Eine Sprecherin von Biontech sprach am Mittwochabend von einem Fehler
in der Auftragsbearbeitung. Die Impfdosen würden in den kommenden
zwei Wochen nachgeliefert. Nachdem in der vergangenen Woche 4680
Dosen über Plan nach Rheinland-Pfalz geliefert worden seien, betrage
die Zahl der dorthin gegangenen Impfdosen einschließlich der
Lieferung am kommenden Dienstag 773 955. Das entspreche 4,94 Prozent
der Gesamtmenge für Deutschland. Der Sollwert für Rheinland-Pfalz
wäre 4,92 Prozent, so dass Rheinland-Pfalz immer noch «über dem Plan
»
liege.

Zur Kritik aus dem Kreis Neuwied, es habe nicht genügend Impfstoff
für alle abgemachten Termine gegeben, sagte die Ministerin, es seien
einfach zu viele Termine vergeben worden. In einigen Regionen seien
über Ostern zudem vereinzelt Briefe mit einem Termin sehr kurzfristig
oder sogar zu spät angekommen. In der Regel seien aber vorher E-Mails
mit den Terminen verschickt worden und es hätten schnell alle
Terminlücken gefüllt werden sollen, die durch die Neuregeln mit
Astrazeneca entstanden seien.

Die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner und der Vorsitzende des
Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag, der
rheinland-pfälzische Abgeordnete, Erwin Rüddel (CDU), hielten der
Landesregierung vor, «die Terminvergabe an Impfwillige aus der
Generation Ü-60» zu verweigern. In Nordrhein-Westfalen und Berlin
könnten sich dagegen täglich Tausende der Generation Ü 60 mit
Astrazeneca impfen lassen. Die Ministerin wies die Kritik zurück,
Rheinland-Pfalz halte sich weiter an die Impfreihenfolge, nach der
Menschen Ü 70 Vorrang hätten.