Testpflicht soll für Geimpfte weitgehend entfallen

07.04.2021 17:50

Berlin (dpa) - Wer den vollen Corona-Impfschutz hat, soll künftig
voraussichtlich im Alltag und bei Reisen weitgehend auf Corona-Tests
verzichten können. Personen mit vollständigem Impfschutz könnten so
behandelt werden wie Menschen, die über ein tagesaktuell negatives
Testergebnis verfügten, heißt es in einer der Deutschen
Presse-Agentur vorliegenden Empfehlung des
Bundesgesundheitsministeriums. Das Ministerium stellte die
Empfehlungen am Mittwoch den Gesundheitsministerinnen und -ministern
der Länder vor. Das Thema solle bei der Ministerpräsidentenkonferenz
in der kommenden Woche auf der Tagesordnung stehen, hieß es.

Den Empfehlungen zufolge soll bei Flugreisen aus dem Ausland
alternativ zum derzeit verlangten negativen Testergebnis auch ein
Nachweis vorgelegt werden können, dass man mindestens 14 Tage vorher
die Gabe der zweiten Impfdosis mit einem in der EU zugelassenen
Impfstoff erhalten hat. Auch bei Reisen aus Risiko- oder
Hochinzidenzgebieten soll die Testpflicht der Empfehlung gemäß für
entsprechend Geimpfte entfallen. Bei der Einreise aus
Virusvariantengebieten soll es hingegen bei der Testpflicht bleiben,
da bei manchen Varianten der Impfschutz kleiner ist.

Landesregelungen zum Öffnen einzelner Bereiche des öffentlichen
Lebens in Regionen mit niedrigen Inzidenzen sollten alternativ zum
geforderten tagesaktuellen negativen Test auch den Nachweis einer
Zweitimpfung vorsehen, heißt es in den Empfehlungen weiter.

Wer vollen Impfschutz hat, solle zudem von Quarantänemaßnahmen
ausgenommen werden, so lange man keine Krankheitssymptome hat. Das
Robert Koch-Institut werde seine Quarantäne-Empfehlungen bis zum Ende
der Woche anpassen. Ausnahmen von der Quarantänepflicht soll es der
Vorlage zufolge nicht für geimpfte Patientinnen und Patienten in
Kliniken und nicht für Bewohnerinnen und Bewohner von
Pflegeeinrichtungen geben, «um Restrisiken einer Weitergabe von
Infektionen in diesen sensiblen Bereichen zu minimieren».

In beiden Fällen - negativ getestet oder vollständig geimpft - sei
von einem «deutlich reduzierten Ansteckungsrisiko» auszugehen. «Die
Impfung oder der tagesaktuelle Test geben zusätzliche, aber keine
hundertprozentige Sicherheit», so die Empfehlung des Bundes an die
Länder. Geimpfte und negativ Getestete müssten daher auch weiter
Abstand halten, Hygiene beachten und Masken tragen.