Autoindustrie sieht sich als Vorreiter bei Corona-Tests in Firmen

07.04.2021 17:06

Berlin (dpa) - Die Autoindustrie sieht sich als Vorreiter bei
Corona-Tests für Beschäftigte. 75 Prozent der Unternehmen in der
Branche bieten Schnell- oder Selbsttests für ihre Mitarbeiter an, wie
der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch unter Berufung
auf eine Abfrage bei seinen Mitgliedern mitteilte. Weitere 22 Prozent
planten dies unmittelbar zu tun. Dies zeige, dass die
Selbstverpflichtung der Industrie wirke, sagte VDA-Präsidentin
Hildegard Müller. Der Anteil in der Automobilindustrie liege über den
bereits hohen Werten der gesamten Industrie.

Die Wirtschaft lehnt gesetzliche Auflagen ab. Die Bundesregierung hat
noch nicht darüber entschieden. Das Arbeits- sowie das
Wirtschaftsministerium wollen die Ergebnisse eigener Erhebungen
abwarten, wie Sprecher der Ressorts am Mittwoch in Berlin deutlich
machten. Das Arbeitsministeriums lässt eine repräsentative
Beschäftigtenbefragung durchführen, das Wirtschaftsministerium eine
repräsentative Unternehmensbefragung. Die Ergebnisse sollen
«rechtzeitig» zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz vorliegen.

Diese ist am kommenden Montag geplant.

Wie aus einem Bericht der Spitzenverbände der Wirtschaft
hervorgegangen war, testen derzeit zwischen 80 und 90 Prozent der
Firmen in Deutschland oder bereiten den Teststart unmittelbar vor.

Die Frage der Tests in Unternehmen sowie Forderungen aus der Politik
nach mehr Homeoffice dürften eine wesentliche Rolle spielen bei
Beratungen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag
mit Vertretern von mehr als 40 Wirtschaftsverbänden.

«Staatliche Auflagen führen nicht zu mehr Tests, sondern nur zu mehr
Bürokratie, dies zeigt sich in den Bundesländern, die eine
Verpflichtung eingeführt haben», so VDA-Präsidentin Müller. «Die

Unternehmen sind gut organisiert und kriegen das hin. Mehr Bürokratie
würde den Erfolg dagegen gefährden.» Viele Unternehmen beklagten
allerdings Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Tests.