Bildungsministerin: Schul-Thema wird überall Gratwanderung sein

03.04.2021 11:29

Berlin (dpa) - Bundesbildungsministerin Anja Karliczek blickt vor dem
Hintergrund steigender Corona-Zahlen mit großer Sorge auf den
weiteren Schulbetrieb in Deutschland nach den Osterfeiertagen und
-ferien. «Es wird überall eine Gratwanderung sein und sehr vom
regionalen Infektionsverlauf gerade auch unter den Kindern und
Jugendlichen abhängen», sagte die CDU-Politikerin der Deutschen
Presse-Agentur.

«Es werden in den Schulen noch einmal ganz schwierige Wochen, in
denen ein Präsenzunterricht leider immer wieder am seidenen Faden
hängen wird.» Karliczek fügte hinzu, es werde auch sehr von der
Disziplin der gesamten Gesellschaft abhängen, wie es an den Schulen
weitergehe.

Sie sprach sich für Wechselunterricht «mit einem guten Test- und
Hygienekonzept» bei Inzidenzen bis 100 aus. Nach Ostern müssten
Schüler zwei Mal pro Woche getestet werden. In einigen Bundesländern
sind bereits entsprechende Testpflichten geplant. «Wo die Zahlen über
100 steigen, muss dies als lautes Warnsignal gesehen werden.
Präsenzunterricht wird nur dann möglich sein, wenn die bekannten
Maßnahmen zur Infektionsprävention ganz strikt eingehalten werden»,
sagte Karliczek.

Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding äußerte
Kritik: «Wenn Bundesbildungsministerin Karliczek verhindern will,
dass der Präsenzunterricht weiter an einem seidenen Faden hängt,
muss sie handeln: Die Test- und Hygienekonzepte, von denen sie
spricht, müsste es längst flächendeckend geben», sagte sie der dpa.

Ihrer Ansicht nach sollen Masken und Luftfilter zur
Standardausrüstung im Klassenraum gehören und flächendeckend
Schnelltests eingesetzt werden.

Nach wochenlangen Schließungen hatten im Februar zunächst die meisten
Grundschulen schrittweise wieder ihren Betrieb aufgenommen,
anschließend waren auch einige ältere Jahrgänge im sogenannten
Wechselbetrieb zurückgekehrt. Manche Schüler haben aber seit Mitte
Dezember ihre Schule nicht mehr von innen gesehen. Wegen der erneut
steigenden Corona-Zahlen droht die Rückkehr in die Klassen sich
weiter zu verzögern. Nach dpa-Informationen aus Kultusministerkreisen
werden diese am kommenden Donnerstag über die Lage beraten.