Zweites Corona-Ostern für Papst - Karfreitag ohne Pilgerfest

02.04.2021 05:19

Franziskus liebt die Nähe der Gläubigen. Doch auch diesmal muss der
Papst Karfreitag und Ostern wegen der Corona-Pandemie ohne
Menschenmassen feiern.

Vatikanstadt/Rom (dpa) - Papst Franziskus begeht den Karfreitag wegen
der Corona-Pandemie in stark eingeschränkter Form. Am Abend (18.00
Uhr) erinnert das katholische Kirchenoberhaupt im Petersdom in einem
Gottesdienst an das Leiden und Sterben von Jesus Christus. Nach
Angaben des Vatikans sind zu den Papstmessen rund um Ostern aus Sorge
um eine Weiterverbreitung des Virus nur wenige Gläubige zugelassen.
Der große öffentliche Kreuzweg am Kolosseum in der Innenstadt Roms
fällt wie im Vorjahr aus.

Stattdessen findet - ähnlich wie zu Beginn der Pandemie - auf dem
Petersplatz vor dem Dom am Freitag eine kleine Kreuzweg-Feier (21.00
Uhr) statt. Bei der Veranstaltung wird traditionell der Weg von Jesus
in den Tod am Kreuz und ins Grab nachgestellt. Dafür haben Kinder und
Jugendliche Texte verfasst und Bilder angefertigt. Einige der Kinder
kommen aus Pflegeheimen in Rom.

Für den 84-jährigen Franziskus ist es die zweite Karwoche und das
zweite Ostern mit starken Corona-Einschränkungen. Im Frühjahr 2020
hatte der Papst aus Argentinien vor Pessimismus gewarnt, aber selbst
traurig gewirkt. Er gilt als Mann, der gern persönlichen Kontakt zu
Gläubigen sucht. Seine Predigten werden nun im Internet und teils im
Fernsehen übertragen. Ostern als Feier der Auferstehung Jesu ist das
wichtigste religiöse Fest für Christen.

Am Gründonnerstag hatte der Papst eine Messe im Dom gefeiert. Dabei
waren nur etwa 200 Zuhörer. Im vergangenen Jahr hatte Franziskus zum
Teil vor noch weniger Menschen seine Osteransprachen gehalten.
Inzwischen sind im Vatikan nicht nur Franziskus, sondern auch andere
Würdenträger und Beschäftigte geimpft.

Zur Osternacht wird Franziskus am Samstagabend im Petersdom eine
Anhalt halten. Der Termin wurde etwas vorgezogen, weil in Italien ein
nächtliches Ausgangsverbot nach 22.00 Uhr gilt.

Dann folgen am Sonntag als Höhepunkte die Ostermesse und der Segen
«Urbi et Orbi» («Für die Stadt und den Erdkreis»). Das «Urbi et
Orbi»
ist der wichtigste Segen der katholischen Kirche und wird in der
Regel zu Weihnachten, Ostern und nach einer Papstwahl gesprochen.
Damit ist eine Generalabsolution verbunden, also ein Straferlass bei
Sünden. Wegen der Corona-Krise spendete der Papst zudem am 27. März
vergangenen Jahres einen stark beachteten Sondersegen.

In der Pandemie richtet sich der Kirchenstaat insgesamt stark nach
den Vorschriften, die für die italienische Hauptstadt gelten.
Italiens Regierung hat für Ostern das ganze Land vom 3. bis 5. April
zur sogenannten Roten Zone mit besonders strikten Beschränkungen
erklärt. Italien mit seinen 60 Millionen Einwohnern zählt bislang
seit rund 3,6 Millionen Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die
Zahl der Corona-Toten liegt bei etwa 110 000.