Senat rät vor Reisen über Ostern ab - Neue Regeln treten in Kraft

01.04.2021 16:01

Hamburg bereitet sich auf das erste Inkrafttreten der
Corona-Ausgangsbeschränkungen vor. Wer glaubt, dem mittels eines
Osterurlaubs entfliehen zu können, stößt beim Senat angesichts der
Infektionsdynamik nicht gerade auf Verständnis.

Hamburg (dpa/lno) - Vor Beginn der Feiertage hat der Hamburger Senat
erneut von Reisen über Ostern abgeraten und auf geltende
Corona-Beschränkungen hingewiesen. Zwar gebe es keine generelle
Einschränkung der Mobilität innerhalb Deutschlands, hieß es in einer

Mitteilung der Gesundheitsbehörde vom Donnerstag. «Alle
Hamburgerinnen und Hamburger werden jedoch aufgefordert, auf private
Reisen und Besuche zu verzichten.» Zugleich kündigte die Behörde an,

einen «Oster-Impf-Turbo» zu starten.

Für touristische Zwecke gebe es im Inland aufgrund entsprechender
Verordnungen ohnehin keine Übernachtungsmöglichkeiten, hieß es.
Während Tagesausflüge etwa nach Schleswig-Holstein aber weiter
möglich sind, hat die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern sie
untersagt.

In Hamburg sind private Zusammenkünfte auch während der Ostertage auf
den eigenen Hausstand und maximal eine weitere Person begrenzt, wobei
Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt werden. «Das bedeutet: Eine
Zusammenkunft von mehr als zwei Haushalten ist eine
Ordnungswidrigkeit», warnte die Behörde.

Unterdessen wurde im Senat weiter an der neuen Eindämmungsverordnung
gearbeitet, mit der ab Karfreitag, 21.00 Uhr, in Hamburg unter
anderem eine nächtliche Ausgangsbeschränkung gelten soll. Auch die
Kioske müssen dann schließen wie die Lebensmittelgeschäfte sonst auch

an Werktagen. Auf die Straße darf bis 5.00 Uhr morgens dann nur noch,
wer einen triftigen Grund vorweisen kann. Neben beruflichen Gründen
können das auch das Gassigehen oder körperliche Ertüchtigungen sein -

aber nur ohne Begleitung.

Die Verordnung sollte noch am Donnerstag veröffentlicht werden und
zunächst bis zum 18. April gelten. Sie untersagt auch körpernahe
Dienstleistungen wie Kosmetik oder Tattoos. Ausgenommen sind
Friseure, für einen Besuch ist aber ein negativer Corona-Test
erforderlich. In Betrieben müssen medizinische Masken getragen
werden, sobald zwei Menschen in einem Raum zusammenkommen.

Unterdessen sollte über die Feiertage das Impfen beschleunigt werden.
In der Gesundheitsbehörde war von einem «Oster-Impf-Turbo» die Rede.

Aufgerufen sind jetzt auch die 78- und 79-Jährigen, für die sehr
zeitnah 36 000 zusätzliche Termine bereitgestellt würden, hieß es.
Senatorin Melanie Leonhard (SPD) appellierte an die Berechtigten,
sich rasch um einen Termin zu bemühen. «Wir wollen so schnell
vorankommen, wie es möglich ist.» Sie habe veranlasst, «dass am
Osterwochenende pro Tag 1000 zusätzliche Termine zur Verfügung
stehen.»

Derweil sank die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag leicht. 541 neu
nachgewiesene Infektionen kamen hinzu - 49 weniger als am Mittwoch
und 8 weniger als am Donnerstag vor einer Woche. Die Inzidenz, also
die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben
Tagen, verringerte sich von 163,7 auf 163,3. Am Donnerstag vor einer
Woche hatte der Wert 128,6 betragen.

Die Zahl der in Hamburg an oder mit Corona gestorbenen Menschen gab
das Robert Koch-Institut (RKI) mit 1382 an - vier mehr als am Vortag.
277 Covid-19-Erkrankte wurden mit Stand Mittwoch in Hamburger
Krankenhäusern behandelt. Das waren elf weniger als am Dienstag. Auf
den Intensivstationen lagen 89 Patienten, 5 weniger als am Dienstag.

Die seit Ende Februar geltende Maskenpflicht auch für Jogger in den
Grünanlagen entlang von Alster und Elbe wurde am Donnerstag vom
Oberverwaltungsgericht bestätigt und damit eine vor drei Wochen
anderslautende Entscheidung des Verwaltungsgerichts gekippt. Diese
hatte aber ohnehin nur für den Antragsteller gegolten, der nun beim
Joggen an Wochenenden und Feiertagen zwischen 10.00 und 18.00 Uhr
ebenfalls wieder Maske tragen muss.