Kreis Euskirchen impft weiter keine Frauen unter 55 mit Astrazeneca

30.03.2021 10:58

Euskirchen (dpa) - Im Kreis Euskirchen werden auch am Dienstag
Frauen, die jünger sind als 55 Jahre, nicht mit dem Wirkstoff von
Astrazeneca geimpft. Das sagte ein Kreissprecher. Nachdem eine
47-Jährige nach einer Impfung starb und eine 28-Jährige danach
erkrankte, hatte der Kreis am Montag auf eigene Faust entschieden,
dass Frauen dieser Altersgruppe nicht mehr mit Astrazeneca geimpft
werden. «Alles andere geht normal weiter», erklärte der
Kreissprecher.

Eine 47 Jahre alte Frau hatte wenige Tage nach der Impfung eine
Sinusvenenthrombose erlitten und war gestorben. Auch eine 28 Jahre
alte Frau war nach der Impfung an einer solchen Thrombose erkrankt.
Sie befindet sich nach Angaben des Kreises «in einem stabilen Zustand
und wird in einer Spezialklinik versorgt». Der Kreis bestätigte, dass
die 28-Jährige in Bonn wohnt, aber im Kreisgebiet arbeitet und dort
geimpft wurde.

Das Landesgesundheitsministerium erklärte zur Aussetzung der Impfung
für die Personengruppe im Kreis, es handele sich «um eine
medizinische Entscheidung, die vorsorglich vor Ort getroffen worden
ist». Alle Daten zu möglichen Nebenwirkungen bei Impfstoffen liefen
beim Paul-Ehrlich-Institut und dem Robert Koch-Institut zusammen.
Nach Informationen des Ministeriums berate die Ständige
Impfkommission derzeit, «ob aufgrund der Meldungen der vergangenen 10
Tage, eine erneute Anpassung der Impfempfehlung erforderlich ist».