Bäderland hofft auf Öffnungsperspektive für Hamburger Schwimmbäder

28.03.2021 06:30

Wann wird es wieder möglich sein, in Schwimmbädern seine Bahnen zu
ziehen? Noch gibt es keine Perspektive für die Hamburger Hallen- und
Freibäder. Betreiber Bäderland gibt die Hoffnung nicht auf - und
trifft schon mal Vorbereitungen.

Hamburg (dpa/lno) - Bäderland hofft auf eine Öffnungsperspektive für

die Hamburger Schwimmbäder. Die Infektionsgefahr in Hallen- und
Freibädern sei extrem gering, sagte der Sprecher der städtischen
Betreibergesellschaft, Michael Dietel, der Deutschen Presse-Agentur.
«Doch die Fakten aus der Branche werden nur wenig gehört.»

Nicht mehr lang ist es, bis eigentlich die Sommersaison starten
würde. Abhängig von Bad und Wetter können Schwimmer normalerweise ab

Mai oder Anfang Juni ihre Bahnen draußen ziehen. Doch viele Fragen,
unter welchen Bedingungen der Betrieb möglich sein könnte, sind nach
Angaben von Dietel noch offen.

Wichtig zu bedenken ist laut Dietel, dass die Schwimmbäder nicht
sofort einsatzbereit sind. «Wir brauchen einen Vorlauf von drei bis
vier Wochen, bei den Freibädern sogar noch länger.» Deshalb hätten

erste Vorbereitungen bei den Außenbecken bereits begonnen. «Altes
Wasser aus dem letzten Jahr raus, schrubben, neues Wasser rein, Rasen
mähen und vieles mehr», berichtete Dietel.

Trotz steigender Infektionszahlen sehe die Branche die
Ansteckungsgefahr als gering an, sagte Dietel. Die Hygienemaßnahmen
und Vorschriften wie Zutritt-Limits und Wegeführung seien streng. «Es
ist eine kontaktlose Sportart, das Wasser ist durchweg desinfiziert
durch Chlorung», betonte Dietel. «Da werden auch Corona-Viren in
Sekunden-Bruchteilen abgetötet.» Zudem seien die Lüftungsanlagen in
den Hallenbädern sehr stark. «Die Gefahr ist geringer als im
Supermarkt, in dem man Masken trägt.»

Eine große Sorge der Bäderland-Verantwortlichen: Was ist mit den
vielen Kindern, die schwimmen lernen sollen? Wie will man das
nachholen? «Das wird natürlich schwerer, je länger die Bäder keine

Öffnungsperspektive haben», sagte Dietel. «Schwimmen lernt man nicht

innerhalb von zwei Wochen, das muss man regelmäßig üben.» Wenn
Schwimmbäder geschlossen sind, weichen die Menschen im Sommer laut
Dietel an unbewachte Badestellen aus. Das könne schlimme Folgen
haben.

Seit 2. November sind die Bäderland-Schwimmbäder in der Hansestadt
wegen der Corona-Pandemie erneut geschlossen. «75 Prozent der
Mitarbeiter sind komplett in Kurzarbeit», sagte Dietel. Betroffen
seien etwa 400 Mitarbeiter der 530 Mitarbeiter der 27 Bäder.
«Modernisierungs- und Bauprojekte werden aber fortgesetzt, etwa in
der Alsterschwimmhalle.»

Als die Freibäder Anfang Juni vergangenen Jahres doch öffnen konnten,
durfte Bäderland wegen der Besucher-Obergrenzen im Tagesschnitt
lediglich 20 bis 30 Prozent der sonst üblichen Gäste begrüßen. Fü
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das gesamte Jahr lag der Rückgang in Hallen- und Freibädern bei rund
60 Prozent. «2020 hatten wir ein acht Millionen Euro schlechteres
Ergebnis als üblich», berichtete der Sprecher. Diese Summe müsse die

Stadt nun zusätzlich ausgleichen.