Bürgermeister fordern künftigen Verzicht auf strenge Einreiseregeln

27.03.2021 13:41

München (dpa/lby) - Mehrere bayerische Bürgermeister und die
Präsidentin des Tiroler Landtags haben in einem offenen Brief den
künftigen Verzicht auf «strenge Grenzmaßnahmen zwischen Tirol und
Bayern» gefordert. In dem Schreiben an Bundesinnenminister Horst
Seehofer und den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (beide
CSU), betonten sie, dass die wegen der Corona-Krise erlassenen
Regelungen «eine riesige Belastung für unsere Grenzregion und darüber

hinaus» gewesen seien. Unterzeichnet haben neben der Präsidentin des
Tiroler Landtags die Bürgermeister von Mittenwald,
Garmisch-Partenkirchen, Füssen und Pfronten. Zuvor hatte der
Bayerische Rundfunk über den Brief berichtet.

Am Freitag hatte das Robert Koch-Institut angekündigt, das
österreichische Bundesland und Tschechien mit Wirkung zum Sonntag von
seiner Liste der Virusvariantengebiete zu streichen. Dadurch fällt
die Grundlage für einen Teil der zuletzt geltenden
Einreisebeschränkungen weg.

Wie es ab Sonntag mit den Grenzkontrollen weitergeht, war zunächst
noch nicht klar. Bei Quarantäne-, Test- und Anmeldepflichten erfolgen
die Änderungen allerdings erst mit einiger Verzögerung, wie das
bayerische Gesundheitsministerium klarstellte. Hier gelten die
verschärften Bedingungen nämlich, wenn sich Personen in den zehn
Tagen vor ihrer Einreise in einem Virusvariantengebiet aufgehalten
haben. Dies gilt auch, wenn dieses Gebiet zwischenzeitlich von der
Liste genommen wurde.

«Grenzüberschreitende Beziehungen, Partnerschaften und
Familienverbände gehören zu unserem Alltag», schreiben die
Lokalpolitiker. «Umso mehr schmerzen rigide Grenzmaßnahmen, die das
Wirtschaften und das soziale Zusammenleben in der Grenzregion stark
einschränken.» Die aktuelle Veränderung habe man deshalb «mit
Erleichterung» zur Kenntnis genommen. Für die Zukunft forderte der
Füssener Bürgermeister Maximilian Eichstetter: «Einfach ein bisschen

mehr Fingerspitzengefühl und Menschlichkeit, wenn die Einreise
beschränkt wird.»