Günther: Schleswig-Holstein hält an strengen Beherbergungsregeln fest

15.10.2020 12:38

Schleswig-Holstein hält an den Corona-Auflagen für Touristen aus
inländischen Risikogebieten fest. Das teilte Ministerpräsident
Günther mit. In Neumünster als aktuell einziger Stadt in
Schleswig-Holstein liegt der Inzidenzwert auf über 35 Neuinfektionen.

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holstein hält an seinen strengen
Corona-Auflagen für Touristen aus inländischen Risikogebieten fest.
Es gehe darum, die stark gestiegene Ausbreitung des Coronavirus in
Deutschland einzudämmen, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)

am Donnerstag in Kiel. Die Corona-Lage in Deutschland sei dramatisch.
Man stehe am Anfang eines exponentiellen Wachstums.

Schleswig-Holstein gehöre zu noch drei Bundesländern, die die
Corona-Lage noch im Griff hätten. Als einziger Ort in
Schleswig-Holstein liege seit Donnerstag Neumünster über dem
Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen berechnet auf 100 000 Einwohner
innerhalb von sieben Tagen, teilte Günther mit.

In Schleswig-Holstein dürfen Menschen aus Risikogebieten, in denen
mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen
festgestellt werden, nur mit einem negativen Corona-Test in Hotels
oder Ferienwohnungen übernachten dürfen. Der negative Corona-Test
darf maximal 48 Stunden vor der Einreise vorliegen. Günter sprach
denn auch nicht von einem Beherbergungsverbot, sondern von
eingeschränkten Beherbergungsmöglichkeiten. Für Berufsreisende und
Zweitwohnungsbesitzer gelte die Regelung nicht.

Zugleich kündigte Günther an, dass die Sperrstunde ab 23.00 Uhr in
der Gastronomie in Schleswig-Holstein bereits bei einem Inzidenzwert
von 35 Neuinfektionen gelten werde.

Am Mittwochabend hatten Bundeskanzlerin Merkel und die
Ministerpräsidenten der Länder über härteren Corona-Auflagen berate
n
und Beschlüsse gefasst. Die Beherbergungsverbote für Urlauber aus
innerdeutschen Risikogebieten waren vor den Beratungen am
umstrittensten. Bund und Länder fanden auch im Kanzleramt keine
Einigung und vertagten das Thema erst einmal bis zum 8. November. Bis
dahin soll diese Maßnahme auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.