Cottbus ist Risikogebiet - Erste Region in Brandenburg

15.10.2020 11:31

Für Gäste aus Corona-Hotspots gelten in mehreren Ländern - auch in
Brandenburg - Beschränkungen wie ein Verbot der Beherbergung. Cottbus
hat die dafür wichtige Schwelle neuer Infektionen überschritten.

Cottbus (dpa/bb) - Als erste Region in Brandenburg zählt die Stadt
Cottbus zu den bundesweiten Corona-Risikogebieten mit mehr als 50
neuen Infektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche. Der Wert liege
bei 57,2, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam
mit. Wenn ein solcher Wert überschritten ist, gelten in mehreren
Bundesländern besondere Beschränkungen, zum Beispiel - wie in
Brandenburg - ein Beherbergungsverbot.

Cottbus hat seit vergangenem Samstag den Grenzwert von 35 neuen
Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche übertroffen. Damit
sind dort schärfere Corona-Regeln für private Feiern und eine
Maskenpflicht in Büros und Gaststätten in Kraft getreten, wenn man
nicht am Platz ist. Nach dem Kreis Oder-Spree gelten diese schärferen
Regeln nun auch in der Prignitz (47,3). Die Stadt Cottbus war gut
durch den ersten Höhepunkt der Infektionen vor einigen Monaten
gekommen. Zuletzt gab es aber unter anderem mehrere Corona-Fälle am
Carl-Thiem-Klinikum.

In ganz Brandenburg sollen künftig schärfere Beschränkungen im Kampf

gegen das Coronavirus gelten, unter anderem für private Feiern. Die
Vereinbarungen von Bund und Ländern sollten übernommen werden, sagte
der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Dominik Lenz, in Potsdam.
Bund und Länder beschlossen am Mittwoch, dass spätestens ab 35 neuen
Infektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche nur bis zu 25
Menschen in öffentlichen Räumen und 15 zuhause privat feiern dürfen.

Derzeit liegen die Grenzen ab dieser Schwelle bei 50 beziehungsweise
25 Menschen.

Die Landesregierung will das Beherbergungsverbot für Gäste aus
Corona-Hotspots erst einmal beibehalten. Dieses Übernachtungsverbot
in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen hatte scharfe Kritik
ausgelöst. In Brandenburg warnte die Tourismusbranche vor
wirtschaftlichen Folgen und hielt es für fragwürdig.