Macron kündigt Ausgangssperren in Paris und anderen Städten an

14.10.2020 20:22

Paris (dpa) - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat für Paris und
zahlreiche weitere große Städte im Land nächtliche Ausgangssperren im

Kampf gegen das Coronavirus angekündigt. Diese Ausgangssperren würden
ab Samstag zwischen 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens für mindestens
vier Wochen gelten, sagte Macron am Mittwochabend in einem
TV-Interview.

Neben dem Großraum Paris seien die Metropolen Grenoble, Lille, Rouen,
Lyon, Aix-Marseille, Saint-Étienne, Toulouse und Montpellier
betroffen, so Macron. Die Sperre gelte unter anderem für Kinos,
Restaurants, Theater. Über diese Maßnahme war bereits zuvor
spekuliert worden. Es werde Kontrollen und Strafen geben, kündigte
der Staatschef an.

Das Ziel sei es, das Wirtschaftsleben weiter am Leben zu halten -
Hilfen für die Unternehmen würden fortgeführt. «Wir werden weiter
arbeiten», betonte Macron. «Wir haben die Kontrolle nicht verloren»,

betonte er außerdem, aber die Situation sei «besorgniserregend».

Die Corona-Lage im Land verschlechtert sich seit Wochen. Frankreich
mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte am Wochenende annähernd
27 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet - ein Rekord.

In zahlreichen französischen Metropolen, darunter Paris und Lyon,
gilt die höchste Corona-Warnstufe. Bars sind bereits geschlossen, in
Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. Expertinnen und
Experten machen vor allem private Feiern und Partys für die
Verbreitung des Virus verantwortlich. Besonders die Situation in der
Hauptstadt bereitet große Sorge. Dort steigt die Zahl der
Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen immer weiter an.

Im Frühjahr hatte Frankreich bereits im Kampf gegen das Virus sehr
strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt. Die Menschen durften nur mit
einem Formular vor die Tür, die Zeit an der frischen Luft und auch
der Bewegungsradius waren begrenzt. In einigen Orten gab es in diesem
Zusammenhang nächtliche Ausgangssperren. Auch während der
Vorstadtunruhen 2005 wurden mancherorts Ausgangssperren verhängt.