Kroatien und Slowenien verzeichnen Corona-Rekorde

14.10.2020 15:07

Ein Land folgt dem anderen: Jetzt melden auch Kroatien und Slowenien
Rekordwerte bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Empfehlungen
reichen offensichtlich nicht mehr aus.

Zagreb/Ljubljana (dpa) - Die EU-Länder Kroatien und Slowenien haben
am Mittwoch jeweils Rekordwerte an neuen Infektionen mit dem
Coronavirus verzeichnet. In den vergangenen 24 Stunden sei in
Kroatien bei 748 Menschen Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte der
Krisenstab in der Hauptstadt Zagreb mit. Die bisher höchste Zahl von
542 Neuinfizierten war im 4,2-Millionen-Einwohner-Land am 8. Oktober
registriert worden.

Vier Menschen starben demnach in den letzte 24 Stunden in Verbindung
mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit Beginn der Pandemie im letzten
Februar haben sich in Kroatien nachweislich 21 741 Menschen mit dem
Coronavirus angesteckt. 334 Patienten starben mit dem Virus.

Im benachbarten Slowenien, einem Land mit 2,1 Millionen Einwohnern,
meldeten die Behörden am Mittwoch 707 Neuansteckungen mit dem
Coronavirus. Die bisher höchste Zahl war am 10. Oktober mit 411 neuen
Fällen registriert worden. Seit Beginn der Pandemie im März wurde bei
9 938 Menschen das Coronavirus nachgewiesen. 175 Patienten starben an
den Folgen der Infektion, zwei von ihnen in den letzten 24 Stunden.

Die amtlichen Stellen in Zagreb zeigen sich besorgt, dass viele
Menschen die Empfehlungen zur Eindämmung der Pandemie nicht
beachteten. «Empfehlungen reichen nicht aus, wir brauchen Maßnahmen,
die durchgesetzt werden», sagte der Chef des Krisenstabs für die
Stadt Zagreb, Pavle Kalinic. «Ansonsten werden die Zahlen weiter
steigen, der Plafond ist noch nicht erreicht», sagte er dem
Nachrichtensender N1.

Ähnlich äußerte sich Regierungssprecher Jelko Kacin in Ljubljana.
«Die aktuellen Daten zeigen, dass die Lage zunehmend ernst wird»,
sagte er auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. «Es besteht
Handlungsbedarf, die bisherigen Maßnahmen reichten nicht aus, um die
Ausbreitung des Virus einzudämmen.» Konkrete neue Maßnahmen erwähnt
e
er allerdings nicht.