NRW will bei privaten Feiern außer Haus nur noch 50 Gäste zulassen

11.10.2020 16:43

Seit Tagen steigen in NRW die Corona-Neuinfektionen - vor allem in
den großen Städten. Nun kündigt Ministerpräsident Laschet an, priva
te
Feiern mit mehr als 50 Menschen zu untersagen. Und er will in
Risikogebieten mehr Einheitlichkeit bei den Maßnahmen.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalen will angesichts der
zahlreichen Corona-Fälle die Zahl der Anwesenden auf privaten Feiern
in Gaststätten auf 50 begrenzen. Das kündigte Ministerpräsident Armin

Laschet (CDU) am Sonntag nach einer Sondersitzung des
nordrhein-westfälischen Kabinetts in Düsseldorf an. Die Regelung
gelte für alle privaten Feiern, die nicht daheim stattfänden. Die
Entwicklung der Coronavirus-Verbreitung bezeichnete Laschet als
«besorgniserregend». Es zeige sich dabei, dass sich das Virus vor
allem dort schnell verbreite, wo viele Menschen auf engem Raum
zusammenleben, etwa im Ballungsraum Rhein-Ruhr.

Mit einheitlichen Regeln für jene Kommunen, in denen die
Neuinfektionen besonders stark angestiegen sind, will die
Landesregierung zudem für mehr Klarheit sorgen. Sobald ein Kreis oder
eine kreisfreie Stadt in NRW die Grenze von 50 Neuansteckungen pro
100 000 Einwohner in sieben Tagen überschreite, sollen sich dort nur
noch bis zu fünf Menschen aus verschiedenen Haushalten in der
Öffentlichkeit treffen dürfen, kündigte Laschet an.

Außerdem sollen in diesem Fall Öffnungszeiten von Kneipen und
Restaurants eingeschränkt werden. Für öffentliche Veranstaltungen
sollen strengere Obergrenzen für die Teilnehmerzahl gelten. Für
Feiern in privaten Räumen soll die Teilnehmerzahl auf 25 begrenzt
werden.

«Damit schaffen wir jetzt Einheitlichkeit und Klarheit in allen
Hotspots», sagte Laschet. Bislang mussten alle betroffenen Kreise und
kreisfreien Städte bei Überschreiten des Warnwerts von 50
Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen selbst über
geeignete Gegenmaßnahmen entscheiden. NRW hat seit Tagen die höchsten
Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer.

In Kommunen, die den sogenannten Vorwarn-Wert von 35 überschreiten,
sollen zudem alle Altenheim-Bewohner und das Personal der
Einrichtungen einmalig komplett auf das Virus getestet werden,
kündigte der Ministerpräsident an.

Am Sonntag meldete das Landeszentrum Gesundheit für NRW 34,1
Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen - das waren 1,7
mehr als am Vortag. Nach der Millionenstadt Köln hat nun auch Essen
den wichtigen Wert von 50 überschritten. Die beiden Großstädte gelten

damit genau wie sieben weitere Kreise und kreisfreie Städte in NRW
als Corona-Risikogebiet.