Reise nur mit Negativ-Test: Viel los bei Teststationen in Hot-Spots

10.10.2020 16:34

Köln/Solingen (dpa/lnw) - Menschen mit Reiseplänen aus
nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebieten haben an diesem Samstag
für Andrang bei Testzentren gesorgt. Anlaufstellen am Kölner
Hauptbahnhof und am Flughafen Köln/Bonn seien gut ausgelastet, sagte
ein Stadtsprecher am Samstagmittag. Besonders der Hauptbahnhof war
demnach am Samstag wegen der zentrale Lage für Abstriche gefragt.

«Im Moment merken wir, dass die Leute vermehrt ankommen, insbesondere
sind das Personen, die in den Urlaub fahren wollen», berichtete der
Sprecher in Köln. Es müssten Wartezeiten von bis zu zwei Stunden in
Kauf genommen werden. Es gebe aber noch Kapazitäten. Bis zu 300 Tests
könnten am Hauptbahnhof täglich gemacht werden, dazu gebe es noch
rund 100 Test-Reserven. Entspannter sei die Lage am Flughafen.

Wie sechs weitere Städte und Kreise in NRW gilt Köln mit 54,8
Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen
seit diesem Samstag als Corona-Risikogebiet. Mehrere Bundesländer
haben für Reisende aus solchen Hotspots Beschränkungen beschlossen.
Meist dürfen Urlauber aus Gebieten mit Neuinfektionszahlen über der
kritischen Grenze von 50 nur dann beherbergt werden, wenn sie einen
höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können.

Das Landesgesundheitsministerium hatte am Freitag einen Erlass an die
Kommunen geschickt, wonach es in den nun beginnenden Herbstferien
kostenlose Testmöglichkeiten für Deutschlandurlauber aus den
betroffenen Risikokommunen geben soll. Für die Umsetzung und
Koordinierung der Testmöglichkeiten vor Ort seien die Kommunen
verantwortlich, hieß es dazu am Samstag aus dem Ministerium.
Allerdings könne der zusätzliche Andrang bisher gut aufgefangen
werden - auch wenn längere Wartezeiten nicht ausgeschlossen seien.

Das Testzentrum in der Stadt Remscheid wird nach Angaben einer
Sprecherin seit seiner Eröffnung Mitte der Woche sehr stark
frequentiert. Die Nachfrage habe noch einmal angezogen, seit klar
sei, dass die Tests für die Urlauber kostenfrei seien. «Es bilden
sich unglaubliche Schlangen», sagte die Sprecherin am Samstag.

In Solingen, ebenfalls über der kritischen Schwelle von 50, sind die
Testkapazitäten ausgeweitet worden. In der Lungenklinik Bethanien
werden nun auch am Wochenende Abstriche gemacht. «Ich gehe von einer
hohen Auslastung aus», sagte eine Stadtsprecherin am Samstag. Das
«Solinger Tageblatt» hatte zuvor von langen Warteschlangen berichtet.

Andere Risikoregionen verwiesen Bürger an die Hausarztpraxen, so etwa
Hagen oder der Kreis Recklinghausen. Ein Sprecher der Stadt Wuppertal
empfahl, zum Testzentrum an den Düsseldorfer Flughafen zu fahren.